

Wenn ihr wüsstet, wieviel ich gerade um die Ohren habe. Unser Bauwerk 262 ist fast fertig. Hier wird eifrig gehämmert, geklopft, gestrichen, die letzten Feinarbeiten bis zur Übergabe erledigt. Was vor kurzem noch aussah wie eine große Badewanne, ist jetzt ein gigantischer, unterirdischer Tunnelbau, durch den in einigen Jahren die Züge zum BBI brausen werden. Ein dickes Ameisenlob an meine Kollegen - die Jungs haben den Job fristgerecht erledigt. Gerade wenn Bauarbeiten zu Ende gehen, bin ich als „Bausprecher“ ständig im Einsatz. Antonia, meine Freundin, ist schon wieder sauer, weil ich die letzten Tage so spät nach Hause gekommen bin. Als ich neulich anfing, von „Cat“ zu erzählen, lief sie gereizt aus dem Wohnzimmer - die klassische „Don’t-mention-the-Baustelle-Situation“ unserer Beziehung. Ihre zappelige, vorschnelle Fähigkeit, meine Kollegen in Schubladen zu stecken, hat mich schon in tiefe Verzweiflung gestürzt. Dabei ist „Cat“ der Name eines gelben Muldenkippers, der auf sechs großen, breiten Rädern täglich tonnenweise Erde hin und her fährt. Wer denkt, das Baustellengelände sei eben, täuscht sich: Wir müssen es eben machen. Und da Erde ein kostbares Gut ist, wird sie sorgfältig zwischengelagert und mit Argusaugen bewacht. Genauso funktioniert es mit dem Grundwasser: Für den Bau des zukünftigen Flughafenbahnhofs wird es abgesenkt, über blaue und grüne Rohre zu einem großen Wassergraben geleitet, dort gespeichert und später dem Boden wieder zugeführt. Aber jetzt nicht denken, wir tragen und fahren hier nur hin und her. Mit Beton geht das nicht, den mischen wir neu und zwar in unserem eigenen Betonwerk. 3,4 Millionen Tonnen Beton brauchen wir für den BBI - ein Wahnsinn! Oh je, wenn von Millionen die Rede ist, wird mir immer ganz schwindlig. Eigentlich wollte ich euch noch von den Rollbahnanschlüssen erzählen, die seit März gebaut werden. Aber das hebe ich mir für den nächsten Eintrag auf.