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17. Oktober 2007

Wer denkt, dass sich bei uns auf der Baustelle alles um Betonpfähle, Rohre oder Bagger dreht, hat sich getäuscht. Wir kümmern uns auch um Knoblauchkröten, Fledermäuse und alte Bäume. Bei den BBI-Bauarbeiten wird große Rücksicht auf die Natur genommen. Zuständig dafür ist Klaus Schwake vom Unternehmen ARCADIS Consult GmbH. Er kümmert sich um die so genannte ökologische Baubegleitung. Was das genau bedeutet, hat er mir neulich erzählt.

Herr Schwake, was versteht man unter ökologischer Baubegleitung?

Auf einer Großbaustelle sind Eingriffe in die Natur nicht zu vermeiden. Mit der richtigen ökologischen Baubegleitung können Natur und Landschaft jedoch während der Bauarbeiten ausreichend geschützt werden. Wir sorgen dafür, dass die Auswirkungen auf Natur und Landschaft auf ein Minimum beschränkt bleiben. Dies setzt bereits neben der Kontrolle der Baustelle bei der Prüfung der technischen Planungen ein.

Was schützen sie alles?

Der Schutz des an die Baustelle angrenzenden Baumbestandes ist eines unserer wichtigsten Aufgabenfelder. Eines der größten und weitgehend abgeschlossenen Projekte ist die Umsiedlung von streng geschützten Kröten aus dem Baufeld. Auch Fledermäuse haben wir geschützt. Derzeit kümmern wir uns z.B. um die ökologische Baubegleitung beim Bau der Straßen.

Um was geht es da konkret?

Das betrifft einerseits die Wiederherstellung abgeschnittener Wegebeziehungen vor allem im südöstlichen Bereich des Flughafengeländes. Anderseits prüfen wir beim Neubau von Straßen, wie den Anschlüssen an die B96a Ost und die A113 sowie der Umgehungsstraße um die Ortschaft Selchow, dass der Bau ökologisch vonstatten geht.

Was heißt Wiederherstellung der Wegebeziehungen?

Durch den Bau des Flughafens werden an gewissen Stellen bestehende Straßen und Feldwege unterbrochen und enden am zukünftigen Flughafenzaun. Diese Wegebeziehungen werden für die Landwirte wieder hergestellt, so dass sie von A nach B, also zu ihren Flächen kommen.

Und was machen Sie beim Neubau von Straßen?

Wir vergewissern uns, dass der Oberboden korrekt abgeschoben, gelagert und später wieder aufgetragen wird. Außerdem legen wir ein großes Augenmerk auf den Schutz von Bäumen und Amphibien. Dort, wo sich z.B. Amphibienwanderwege befinden, werden während der Bauphase Schutzzäune gestellt und z.T. große Rohre unter der Straße durchgebaut, um diese zu erhalten.

Wie oft sind Sie auf der Baustelle?

Zwei bis dreimal pro Woche.

Allein?

Im Regelfall schon, aber bei Bedarf werde ich von einem Kollegen unterstützt. Das ist schon ein Full- Time-Job bei der Größe der Baumaßnahme. Man braucht viel Spontanität, weil vieles nicht kalkulierbar ist. Aber dafür sind wir ja vor Ort stationiert.