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30. Januar 2008

Meine lieben Leser,

da verstehe noch einer die Frauen! „Deine Antennen haben wohl gerade eine schwere Störung“, sagt gestern meine Freundin Antonia zu mir. Dabei weiß sie ganz genau, dass ich als Ameise mit meinen beiden Antennen am Kopf sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen reagiere. Was war passiert? Gar nichts, zumindest aus meiner Sicht. Im Gegenteil, nach dem Essen wollte ich Antonia ausführen. „Lass uns doch zum Infotower gehen“, habe ich vorgeschlagen, denn den finden wir beide toll. Ihren sanften Protest, es würde doch in Strippen regnen, habe ich beiseite gewischt. Ach was, wir Ameisen sind doch nicht aus Zucker!

Also: Losgekrabbelt! Ich habe fröhlich vor mich hin gepfiffen, sie war ruhig. Kaum auf der 32 Meter hohen Aussichtsplattform des Infotowers angekommen, habe ich ihr stolz die Baustelle gezeigt. Es war fantastisch. Eine riesige Baugrube für den unterirdischen Bahnhof und der Umriss des Terminals ist auch schon zu erkennen. Ihr Kommentar: „Es regnet.“ Stimmt, habe ich gedacht, ein bisschen sieht die mehr als 2.000 Fußballfelder große Baustelle inzwischen wirklich aus wie die kleine Schwester der Mecklenburger Seenplatte. Da kam mir eine Idee: „Ich hole gleich mein Surfbrett raus.“ Auf den Sickergruben für die Bauwasserableitung im Ameisentempo hin und her, das müsste ein Heidenspaß sein! Antonia fand das gar nicht gut. Sie sagte was davon, dass der Januar in diesem Jahr fies und ungemütlich sei. Und so viel Wasser gebracht habe, dass den Spargelbauern schon der Spaß vergangen sei. „Wenn es so weiter regnet, gibt’s in diesem Jahr keinen Spargel“, hat sie am Ende noch gemeint. Und das war wirklich gemein. Schließlich weiß sie genau, was mein Lieblingsgericht ist: Beelitzer Spargel mit Ameisensirup – hmh!