

Antonia lacht immer über mich, wenn ich auf der BBI-Baustelle wieder einmal mit großen Augen vor einem Löffelbagger, einer Planierwalze oder einem – wie sie sagt “simplen” LKW stehen bleibe. “Typisch Mann – Hauptsache groß!”, sagt sie dann spöttisch.
Ich kann halt nicht anders, großes Baugerät hat es mir angetan. Na gut, Sie meinen vielleicht, dass das aus dem Blickwinkel einer Ameise eigentlich alles sein könnte. Aber ich kann da schon unterscheiden. Zum Beispiel die Liebherr 255. Ein kombiniertes Ramm- und Bohrgerät. Ein ganz feines Maschinchen. Vor dem Einsatz auf der BBI-Baustelle wurde es auch schon in der Hafencity in Hamburg zum Einrütteln von Spunddielen eingesetzt.
Ja, Liebherr – die bauen auch ganz andere Sachen als Kühlschränke (die wiederum interessieren Antonia sehr). Das Ding hat Bums. Dagegen sind die Fäuste der Klitschkos kleine Kitzelfinger. Wo die 255 rammt, wächst kein Gras mehr – aber dafür der neue Hauptstadt-Flughafen. 80 Tonnen Einsatzgewicht, 816 PS stark, maximale Zieh- und Druckkraft, 45 Tonnen.
Als ich das zum ersten Mal gehört habe, war ich ganz schön platt. Aber zum Glück nur im übertragenen Sinne. Aber immer schön aufpassen, dass man richtig steht.