

Auf unserer Sommertour wird mir eine Sache immer klarer: Nicht nur die Brandenburger lernen den BBI besser kennen, umgekehrt ist es genauso. Auch wir erfahren täglich Neues über unsere Region. Heute zum Beispiel, da stehe ich morgens, gleich nach der Ankunft, auf dem Schulplatz in der Altstadt von Neuruppin, wo wir bis Mittwoch mit unserer BBI-Ausstellung bleiben, da kommt so ein kleiner Piefke mit Schulranzen und tippt mir von hinten auf die Schulter.
„Weißt du, wer hier der berühmteste Sohn der Stadt ist?“, fragt er mich. Und ich, selbstbewusst wie ich bin, gebe zurück: „Na klar, das ist Theodor Fontane.“ Da kichert der Kleine und schüttelt den Kopf. „Nee, stimmt nicht.“ Was? Der berühmte Apotheker mit seinen Wanderungen, soll nicht berühmt genug sein für Neuruppin? „Nein, er hat selber gesagt, der Schinkel sei noch viel berühmter als er selbst.“
Friedrich Wilhelm Schinkel, der Architekt von Konzerthaus, Neuer Wache und Altem Museum, auch aus Neuruppin? Ich räuspere mich. Das habe ich nicht gewusst. Der Kleine sieht mein verdutztes Gesicht und kann sich gar nicht mehr halten. Dann nimmt er mich bei einer meiner vier Hände und führt mich durch die Stadt. Zur Pfarrkirche St. Marien, zur Stadtmauer und zur Löwenapotheke. Ich habe eine Menge gelernt.
„Jetzt muss ich aber in die Schule“, sagt er schließlich. Im Gegenzug lade ich ihn in die BBI-Ausstellung im Bus ein. „BBI?“, fragt er mich. „Ja“, gebe ich zurück und will ihm gerade erklären, dass es sich dabei um den neuen Hauptstadt-Airport handelt. „Weiß ich doch längst“, winkt er ab und fügt hinzu: „Zwei Milliarden Euro Investitionen, Tausende neuer Arbeitsplätze, 2011 fertig – aber die Ausstellung schaue ich mir trotzdem gerne an.“ Ich bin beeindruckt und bekomme langsam einen Verdacht: Die Brandenburger wissen manchmal viel mehr über den BBI als ich über Brandenburg.