

Pedro und ich, wir standen am Ufer der Zülowseen und bündelten Reisig zu Faschinen, um damit den morastigen Wanderweg zu befestigen. Wie man es schon seit Jahrhunderten macht. Eine fast meditative Angelegenheit. Da fragte ich ihn: „Sag mal, warum machst Du das eigentlich, wanderst Du denn gern – ich dachte bei so jungen Leuten ist das nicht angesagt?“.
Der Student schaute mich an, als ob ich ihn gefragt, hätte, ob er gerne Meerschweinchen isst. „Wandern – pah, Armin, das ist doch so altmodisch. Ich hike!“ Dann erzählte er lang von Funktionskleidung, den richtigen Wanderstiefeln und Fitness-Level.
Aber wenn ich es richtig verstanden habe, ist der einzige Unterschied zwischen „hiken“ und „wandern“, dass man heute statt Wanderstock GPS-Navigationsgerät, statt frischem Quellwasser ein isotonisches Fitnessgetränk und statt Kofferradio einen iPod dabei hat. Jedem das Seine. Ich mag's gern traditionell.
Aber eins sein mit der Natur – das hat die Menschen schon immer fasziniert und das wird wohl auch immer so bleiben. Egal wie man es nennt. Und so ist es eigentlich gar nicht verwunderlich, dass 16 junge Leute aus 10 Ländern im Rahmen des Internationalen Workcamp 2008 drei Wochen lang bei Sonne und Regen, bei Wind und Flaute, den Rundwanderweg „Grünes Herz“ bewanderbar gemacht haben. Einfach malerisch ist er geworden: Durch beschauliche Alleen, vorbei an Wäldchen, ganz dicht am Ufer der Zülowseen. Klar, dass wir von den Berliner Flughäfen eine so tolle Maßnahme ganz in der Nähe von unserem BBI unterstützen. Und natürlich habe ich öfter mal vorbei geschaut.
Am Samstag fahren und fliegen alle meine neu gewonnenen Freunde wieder nach Hause. Spätestens 2011, zur BBI-Eröffnung, wollen wir uns alle wiedersehen. „Ey Armin, dann hiken wir einmal um den Hauptstadt-Airport“, schlägt Pedro mir vor, „aber Du kannst natürlich auch ganz altmodisch wandern.“