

Antonia und ich bekommen Besuch - von ihren Eltern. Da werde ich immer etwas nervös, denn schließlich will man seinen Schwiegereltern in spe ja etwas Besonderes bieten. Nur, das ist manchmal gar nicht so einfach: In Berlin haben meine nämlich eigentlich schon alles gesehen. Aber dann hatte ich eine Idee: Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und Antonias Eltern unseren Hauptstadt-Airport zeigen? Doch als wir im Auto saßen und ich den Schlüssel drehte, gab es nur ein paar klägliche Töne von sich. Und da schoss es mir durch den Kopf: So was Blödes, ich hatte gestern Abend das Licht angelassen! Und jetzt war die Batterie war leer.
„Na Armin, Plan gescheitert vermute ich“, spöttelte mein Schwiegervater. „Ach, dann gehen wir doch einfach Kuchen essen“, warf meine Schwiegermutter schnell versöhnend ein. Aber so einfach gebe ich nicht auf: Schließlich ist unser Info-Tower auf der BBI-Baustelle ab sofort bestens an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Mit einer eigenen Buslinie. Die 734. Sie fährt ab dem S-Bahnhof Flughafen Schönefeld zum BBI-Infotower. Einmal pro Stunde in der Woche, am Wochenende alle zwei Stunden. Also rasch vier Tickets für den Tarifbereich C gelöst und in 20 Minuten waren wir vom Bahnhof beim Info-Tower. Und mit dem Aufzug auch ganz schnell in 30 Metern Höhe auf der Aussichtsterrasse. „Alle Achtung Armin, bequemer geht’s auch mit dem Auto nicht“, musste dann selbst mein Schwiegervater in spe zugeben. „Und ganz schön was geschafft habt Ihr hier ja auch schon auf eurer Baustelle“, staunte er weiter. Ich genoss das Lob und den Blick über den BBI und schwieg während Antonia mir verschwörerisch zuzwinkerte.