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29. September 2008

Jeden Morgen beginnen Ecki und ich unsere Arbeit mit einer Stullenkonferenz. Bei Butterbroten und schwarzem Kaffee, der so stark ist, dass fast der Löffel drin steht, sprechen wir den Tag auf der Baustelle durch. Ich als Polier weiß was ansteht, und Ecki, unser Kranführer, muss wissen, was los ist, bevor er auf seinen Turm klettert. Denn dort oben hat er zwar den absoluten Überblick, ist aber auch ein bisschen weit ab vom Schuss, obwohl er natürlich über Funk mit mir verbunden ist.

„Ich genieße die Stille da oben sehr“, hat Ecki mir mal gestanden, „wenn sich dann noch die Vögel auf den Ausleger setzen und zu mir rüber schauen, ist die Welt für mich in Ordnung“, schwärmte er. „Komm doch auch mal mit“, schlug mein Lieblingskranführer vor. Was soll ich sagen: Ich habe mich breit schlagen lassen, seinen Liebherr Turmkran zu beklettern.

Er ist wirklich ein imposantes Maschinchen, der Liebherr 224 EC-H 12. Maximale Höhe von 86,7 Metern, der Ausleger 65 Meter lang. Na, ich kletterte also das Bauarbeiter-Klettergerüst hoch, das ist echte Handarbeit. Und Fußarbeit. Denn im Kran gibt es keinen Lift. Oben angekommen war ich ganz schön außer Puste. Ecki pfiff locker vor sich hin. Und fing an zu schwärmen, dass er im gesamten Drehbereich des Auslegers Material punktgenau positionieren kann. „Eigentlich könnte ich damit mal zu ‚Wetten, dass …?’ gehen. Einen Cent mit dem Kran in eine Spardose einwerfen oder so was.“ Ich weiß nicht mehr so genau, was er noch gesagt hat. Denn mir wurde angesichts der Höhe und des Schwankens im Wind ein bisschen schwindelig. Deshalb hab ich mich lieber gleich wieder an den Abstieg gemacht.

„Ganze 12 000 Kilo kann ich maximal mit dem Kran heben“, rief Ecki mir noch hinterher. Und der Stein, der mir vom Herzen fiel, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war mindestens genauso schwer.