

Ich kann mich noch genau daran erinnern wie ich gezittert habe, als ich meinen Führerschein gemacht habe. Ich meine nicht den für's Auto, da hatte ich ja vorher genug auf Feldwegen mit meinem Vater geübt. Das war einfach. Ich meine den Führerschein für Radlader. Da stand mein Prüfer mitten auf der Baustelle und gab mir über Funk Kommandos: „Den Felsbrocken bitte dort hinten hin bringen. Und danach den Erdhaufen wegschieben. Dann bitte rückwärts Slalom um die Kräne herum.“ Meine Herren, habe ich geschwitzt.
Der Prüfer hat mich echt rangenommen. Fehlte nur noch, dass ich mit meiner Schaufel ein Streichholz anzünden sollte …
So einfach es nämlich aussieht, wenn jemand einen Erdhaufen mit einem Radlader auf einen LKW lädt, so schwer ist es. Gerade am Anfang. Der Joystick, mit dem man steuert, reagiert sehr sensibel. Mittlerweile beherrsche ich das natürlich im Schlaf. Genau wie fast alle meine Kollegen von der Baustelle. Denn der Führerschein für Radlader ist die Grundlage zum Führen fast aller Baumaschinen.
Das Maschinchen, auf dem ich meinen Führerschein damals gemacht habe, war übrigens der Caterpillar 930. Ein Klassiker auf den Baustellen der Welt. Auch wir haben gleich eine ganze Flotte davon auf unserer Flughafenbaustelle. Zu tun gibt es schließlich genug.
Mit 13000 Kilo ist er relativ leicht und wendig. Erstaunlich, was er so bewegt – und das mit gerade mal 100 PS. Da hat manch hoch gerüsteter Golf mehr. Hm. Wie ich hier so vom 930 schwärme, bekomme ich wieder richtig Lust zum Fahren. Vielleicht sollte ich das mit dem Streichholz jetzt wirklich mal ausprobieren? Top, die Wette gilt …