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13. Januar 2009

Manchmal staune ich schon über unsere Welt. Da gibt es mal ein bisschen Schnee, es wird frisch und der Wetterbericht spricht gleich von „arktischer Kälte“. Im Fernsehen laufen Sondersendungen und die Zeitungen drucken seitenweise Wetterfotos. Da könnte man fast den Eindruck bekommen, ein Schneemann sei exotischer als ein Außerirdischer.

Zugegeben: Minus 20 Grad Celsius ist kalt. Richtig kalt. „Da bekommste ja schon beim ersten Eisen klamme Pfoten“, gibt sogar mein Kumpel Erwin zu. Der ist Eisenbieger, und das sind nun wirklich keine zimperlichen Gesellen. Aber wenn Du mit Deinen Händen gefühlvoll kaltes Metall formen musst, hilft auf Dauer auch keine XXL-Kanne heißer Tee.

Die Metallbiege- und Bewehrungsarbeiten auf unserer Baustelle ruhen zurzeit. Und auch unser Betonwerk hat im Moment Pause. Denn ans Betonieren ist bei Minusgraden leider gar nicht zu denken. Das funktioniert nur bis knapp über Null grad. Naja, man könnte ganz dringende Bauwerke natürlich „einhausen“, also ein Zelt drüber bauen und beheizen, damit der Beton fest wird. Aber wir liegen gut in der Zeit und haben auch so genug zu tun: Wir verlegen im Moment zum Beispiel die Kabeltrassen, Rohre zur Ver- und Entsorgung. Denn das ist ja weitgehend frostneutral in den bereits gebaggerten Kabelschächten möglich. Oder wir ölen und warten den Maschinenpark. Denn uns ist beim Bau allen klar: Schnee und Frost behindern vielleicht unsere Arbeit. Aber aufhalten kann uns auch der härteste Winter nicht.