

Also in diesem Jahr, da lege ich mich fest, kommt mir kein Weihnachtsbaum in den Ameisenbau. Das habe ich auch schon meiner Freundin Antonia erklärt, die sich darauf hin beinahe an ihrem Sonntagskaffee verschluckt hätte. „Spinnst du?“, hat sie mich daraufhin allen Ernstes gefreut, kaum, dass sie wieder zu Luft gekommen war.
Aber natürlich nicht, habe ich ihr geantwortet. Und es ist auch nicht so, dass ich plötzlich eine Fichtennadelallergie entwickelt hätte oder den Weihnachtsbaum nun als spießig, kitschig oder weltanschaulich inkompatibel betrachte. Nein, der Grund ist ein anderer. „Komm mal mit“, habe ich ihr gesagt.
Wir sind dann also raus aus unserem Bau und gar nicht weit gekrabbelt, nur auf den nächsten Sandhaufen, von dem man aus eine besonders schöne Sicht auf die Baustelle für den neuen Airport BBI hat.
Und, was soll ich Ihnen sagen? Ringsum war es schon dunkel, nur nicht auf der Baustelle. Im Gegenteil, hier war Lichterglanz, wohin das Auge blickte. Kräne, die leuchteten wie Weihnachtskugeln. Und eine Glasfassade des Terminals, die alle Lichter romantisch spiegelte. Ich seufzte. Und träumte von der Eröffnung des neuen Flughafens. „Mehr Weihnachten geht einfach nicht“, sagte ich mit einem Blick auf Antonia, die darauf nichts mehr gesagt und mich nur lange angeschaut hat. Warum nur?