Module im Überblick

Die Schallschutzmaßnahmen im Tagschutzgebiet sind aufgrund des hohen Schutzniveaus oftmals sehr umfangreich und können starke Eingriffe in die Bausubstanz nach sich ziehen. In der Praxis möchten viele Anwohner dies jedoch vermeiden und wünschen sich stattdessen flexiblere Möglichkeiten bei der Umsetzung der Schallschutzmaßnahmen. Die FBB hat sich daher entschlossen, den Anwohnern, die eine Anspruchsermittlung bauliche Umsetzung erhalten, verschiedene Zusatzregelungen in Form von Modulen anzubieten, die die bisherige Vorgehensweise ergänzen. Die verschiedenen Module können einzeln oder in Kombination miteinander beantragt werden und sollen dabei helfen, Komplexität und Eingriffe in die Bausubstanz zu minimieren.

Modul Kastendoppelfenster

Aufgrund des hohen Schutzniveaus kann der vorgeschriebene Schallschutz zum Teil nur durch schwere und unhandliche Kastendoppelfenster erreicht werden. Anwohner, die diese Fenster ablehnen, können stattdessen einfache Schallschutzfenster erhalten, die einen sehr guten Schallschutz bieten, der über dem Niveau des Fluglärmschutzgesetzes liegt. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass diese Fenster ggf. nicht das hohe für den Tagschutz am BER erforderliche Niveau erreichen.

Anwohner, die das Modul Kastendoppelfenster nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte mit ihrem Ingenieurbüro.

Modul Schritt für Schritt

Aufgrund des hohen Schutzniveaus sind oftmals umfangreiche Baumaßnahmen und somit weitreichende Eingriffe in die Bausubstanz eines Hauses notwendig. Um die Eingriffe möglichst gering zu gestalten, haben Anwohner die Möglichkeit, die Maßnahmen Schritt für Schritt, ein Gewerk nach dem anderen, umsetzen zu lassen.

Anwohner, die das Modul Schritt für Schritt nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte mit ihrer Baufirma.

Modul Finanzierung

Umfangreiche Baumaßnahmen sind meist mit hohen Kosten verbunden. Da der Eigentümer die Baumaßnahmen beauftragt, erhält er auch die Rechnung der Baufirma. Im Regelfall müssen die Eigentümer aufgrund der kurzen Zahlungsläufe der FBB nicht in Vorleistung gegenüber der Baufirma gehen. Wer dennoch ausschließen möchten, die Rechnung bezahlen zu müssen, bevor diese vom zuständigen Ingenieurbüro geprüft und von der FBB erstattet wurde, kann mit seiner Baufirma eine Abtretungsvereinbarung abschließen. Die Baufirma erhält dann das Geld nicht vom Eigentümer, sondern direkt von der FBB. Eigentümer sollten dabei beachten, nur solche Schallschutzmaßnahmen zu beauftragen, die in der Anspruchsermittlung bauliche Umsetzung stehen oder von der FBB freigegeben wurden.

Anwohner, die das Modul Finanzierung nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte mit ihrer Baufirma.

Modul Wanddämmung

In vielen Gebäuden ist das hohe Schutzniveau allein durch den Einbau von Schallschutzfenstern nicht zu erreichen. Dann sind zusätzliche Dämmungen von innen notwendig. Anwohner, die diese Wandinnendämmung ablehnen, können das Modul Dämmung wählen. Sie verständigen sich dabei mit ihrer Baufirma auf eine Dämmung von außen und legen der FBB Nachweise vor, dass das Schutzniveau durch diese Außendämmung eingehalten wird. Die FBB beteiligt sich dann an den Kosten bis zu dem Betrag, der für die Wandinnendämmung vorgesehen war.

Anwohner, die das Modul Wanddämmung nutzen möchten, besprechen die Vorgehensweise bitte mit ihrer Baufirma.

Modul Küche

Die FBB ist sich bewusst, dass Schallschutz von Anwohnern nicht nur in Wohnküchen, sondern auch in Essküchen gewünscht wird. Für diesen Fall gibt es das Modul Küche. Anwohner erhalten dann sehr gute einfache Schallschutzfenster, die eingebaut einen Schalldämmwert von bis zu 43 Dezibel und damit in jedem Falle mindestens das Niveau des Fluglärmschutzgesetzes erreichen.

Anwohner, die das Modul Küche nutzen möchten, besprechen die Vorgehensweise bitte direkt mit
der FBB.

Modul Differenzzahlung

Zahlreiche Anwohner, die bereits Schallschutzmaßnahmen auf Grundlage einer Kostenerstattungsvereinbarung haben einbauen lassen, sind damit zufrieden und möchten daher keine weitere Maßnahmen auf Grundlage der neuen Anspruchsermittlung umsetzen. Die FBB bietet für diesen Fall das Modul Differenzzahlung an. Dabei erklären die Anwohner schriftlich, dass ihnen die schon eingebauten Schallschutzmaßnahmen ausreichen und sie daher auf weitere Schallschutzmaßnahmen verzichten. Die FBB zahlt die Differenz zwischen der Anspruchsermittlung bauliche Umsetzung und der Kostenerstattungsvereinbarung dann aus.

Anwohner, die das Modul Differenzzahlung nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte direkt mit der FBB.

Modul Niedrige Raumhöhe

Im Schallschutzprogramm besteht für Räume ein Anspruch auf Schallschutz, die als Wohn- und Schlafräume genutzt werden und die den für Aufenthaltsräume rechtlich
vorgegebenen Mindestraumhöhen und Belichtungen entsprechen. Die FBB ist sich aber bewusst, dass von den Anwohnern des Flughafens auch in Räumen, die nicht den Vorgaben entsprechen, Schallschutz gewünscht wird. Dafür gibt es das Modul Niedrige Raumhöhe. Für Räume, bei denen die Raumhöhe oder Belichtung nicht der anzuwendenden oder einer in der Vergangenheit gültigen Bauordnung entspricht, erhalten die Anwohner
auf Antrag Schallschutz, der dem Niveau des Fluglärmschutzgesetzes entspricht.

Anwohner, die das Modul Niedrige Raumhöhe nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte direkt mit der FBB.

Modul Wintergarten

Die FBB ist sich bewusst, dass nicht alle zum Wohnen genutzten Wintergärten auch über eine entsprechende Genehmigung verfügen. Die FBB bietet für diesen Fall das Modul Wintergarten an und zahlt eine Entschädigung von 150 Euro pro Quadratmeter Wintergartenfläche.

Anwohner, die das Modul Wintergarten nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte direkt mit der FBB.