TÜV-Berichte weder streng geheim
noch unbekannt

23.11.2017

Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH nimmt zu Medienberichten Stellung, nach denen bisher angeblich unbekannte TÜV-Berichte neue Baumängel am BER offenbaren.

Bei der heutigen Berichterstattung des Tagesspiegels handelt es sich um bekannte Sachverhalte. Die dort zitierten monatlichen Statusberichte über Mängel in den prüfpflichtigen Anlagen bilden die aktuelle Situation ab. Der Baufortschritt am BER und die jeweilige Situation bei der Abnahme der technischen Anlagen durch die Prüfsachverständigen sind regelmäßig Gegenstand der Berichterstattung der Geschäftsführung in den Sitzungen des Aufsichtsrates und in den entsprechenden Ausschüssen in den Landtagen, zuletzt im Sonderausschuss BER des Brandenburger Landtags am 20.11.2017. Um der Bauaufsichtsbehörde im Rahmen der kooperativen Zusammenarbeit einen aktuellen Sachstand über die Prüfprozesse am BER zu geben, werden die monatlichen Statusberichte des TÜV auch regelmäßig der Bauaufsichtsbehörde zur Verfügung gestellt.

Um endlich Verlässlichkeit ins Projekt zu bekommen, fokussiert sich die FBB unter Leitung des neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung klar auf die Erfüllung des Baurechts, sprich auf die Abnahmefähigkeit der prüfpflichtigen Anlagen. Die Bauprojektleitung des BER hat deshalb in den letzten Monaten in jeder technischen Anlagengruppe eine sinnvolle Auswahl getroffen und diese durch die Übergeordneten Sachverständigen (ÜSV) des TÜV bewusst prüfen und bewerten lassen. Ziel war es, aus diesen Prüfergebnissen Aufschlüsse für die weiteren Anlagen gleicher Bauart zu ziehen, systemische Fehler zu beheben und dann die Anlagen final fertigzustellen.

Übergeordnetes Ziel des terminplanbezogenen Risikomanagements besteht darin, sowohl aus den Prüfergebnissen abschließend die Risiken zu bestimmen und diese im Terminplan ordnungsgemäß abzubilden als auch neue Risiken zu vermeiden und aus den Erkenntnissen der Prüfergebnisse vorausschauend zu handeln.

Folgende bereits geprüfte Anlagen weisen zur Zeit noch wesentliche Mängel auf:

  • Brandmeldeanlage (BMA), hier im Main Pier Nord die BMA 61
  • Elektroakustisches Notrufwarnsystem (EANWS), hier der Bereich Main Pier Nord
  • Sicherheitsbeleuchtung als Teil der Sicherheitsstromversorgung im Main Pier Nord
  • Sicherheitsstromversorgung im Main Pier Nord (Bericht noch in der Erstellung)
  • Entrauchungssteuerung (ÜSSPS), hier das Segment 1
  • Sprinkleranlage

Darüber hinaus wurden die Förderanlagen und die Spüllüftungsanlagen mängelfrei geprüft. Die Bauprojektleitung der Flughafengesellschaft kümmert sich intensiv darum, die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten und die noch verbleibenden Mängel an den technischen Anlagen konsequent zu beheben.

Die Ergebnisse der Prüfberichte des TÜV werden regelmäßig in den Aufsichtsgremien zur Sprache gebracht. Die TÜV-Berichte sind weder streng geheim, noch sind die darin beschriebenen Sachverhalte unbekannt. Sie sind eine Arbeitsunterlage der Projektbeteiligten, sowohl in der FBB als auch bei den Firmen und Dienstleistern.

Zur Validierung der seit September 2017 verbindlichen Terminplanung wurde die Expertise des TÜV als notwendige Grundlage zur Erlangung besserer, inhaltlich richtiger und somit auch endlich belastbarer Aussagen benötigt. Die Prüfergebnisse werden im Terminplan verortet und im Risikomanagement nachgehalten.

Der im September vorgelegte Rahmenterminplan zur baulichen Fertigstellung bis zum 31.08.2018 ist ambitioniert und wurde bewusst ohne Puffer geplant. „Es bleibt dabei: Am 15. Dezember werde ich dem Aufsichtsrat einen unternehmerisch verantwortlichen Termin zur Inbetriebnahme vorschlagen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, der Vorsitzende der Geschäftsführung.

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