Ministerpräsident Platzeck bei Einweihung des neuen Dorfgemeinschaftshauses für Diepensee-Umsiedler

06.12.2004
Als ein „Musterbeispiel für eine sozialverträgliche Umsiedlungsqualität“ hat Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck den Umzug der über 300 Einwohner zählenden Gemeinde Diepensee bezeichnet. Das neue Diepensee sei am „gemeinsamen Tisch der Planer und der Bewohner“ entstanden, sagte der Ministerpräsident am Samstag anlässlich der Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses in dem neuen Ortsteil von Königs Wusterhausen. Mit der Einweihung ist die Umsiedlung der Gemeinde offiziell abgeschlossen; sie ist eine wichtige Voraussetzung für den Bau des neuen Flughafens Berlin Brandenburg International.

Platzeck dankte der Flughafengesellschaft, die eng und kooperativ mit den Betroffenen zusammengearbeitet habe, den Bürgermeistern von Königs Wusterhausen und Diepensee und allen weiteren Beteiligten. Vor allem aber zollte er den Diepenseern Hochachtung. Deren Entscheidung für die neue Heimat sei eine Entscheidung „für Wachstum und Fortschritt in Berlin und Brandenburg“ gewesen. Die Region brauche den Single-Airport Berlin Brandenburg International, um ihre Wirtschaftskraft auszubauen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Nicht zuletzt werde der Flughafen Arbeitsplätze schaffen, deren Quantität und Qualität Brandenburgs Arbeitsmarkt einen Entwicklungsschub bescheren werden, so Platzeck.

Michael Pilz, Ortsbürgermeister von Diepensee, sagte, mit dem Dorfgemeinschaftshaus erhalte Diepensee seine „gute Stube“. Er zeigte sich zufrieden, dass der acht Jahre dauernde Umsiedlungsprozess nun erfolgreich abgeschlossen worden ist: „Wir gewinnen jeden Tag mehr Freude an dem Geschaffenen. Mit dem Dorfgemeinschaftshaus können wir nun das neue Dorf mit Leben erfüllen.“ Auch Stefan Ludwig, Bürgermeister von Königs Wusterhausen, zeigte sich sehr erfreut: „Nach der Eröffnung der Kindertagesstätte und des Feuerwehrgerätehauses vor wenigen Wochen ist die Übergabe des Dorfgemeinschaftshauses an die Diepenseer ein weiterer wichtiger Impuls für das gemeinschaftliche Leben im Ortsteil. Hier ist ein Ort entstanden, an dem sich jeder wohl und zu Hause fühlen kann.“

Thomas Weyer, Geschäftsführer Technik der Berliner Flughäfen, betonte die Bedeutung der Diepensee-Umsiedlung für den Ausbau des Flughafens Schönefeld: „Ohne die Diepensee-Umsiedlung könnte es den BBI nicht geben. Ich freue mich, dass es uns gemeinsam gelungen ist, am neuen Standort den dörflichen Charakter Diepensees zu bewahren. Hier ist ein lebenswertes Umfeld entstanden, das sicherlich auch für die wenigen attraktiv ist, die sich bislang nicht zu einem Umzug entschließen konnten.“

Die Umsiedlung der Gemeinde Diepensee nach Königs Wusterhausen ist eine wichtige Voraussetzung für die Erweiterung des Flughafens Berlin-Schönefeld, da die Fläche der Gemeinde auf dem Gelände des künftigen Flughafens BBI liegt. Grundlage der Umsiedlung ist der im Juni 1999 zwischen den Flughafen-Gesellschaftern Berlin, Brandenburg und Bundesrepublik Deutschland, der Flughafengesellschaft und der Gemeinde Diepensee geschlossene Umsiedlungsvertrag (Diepensee-Vertrag). Er regelt die geschlossene und sozialverträgliche Umsiedlung des Ortes und sicherte Eigentümern, Mietern und Gewerbetreibenden weitreichende Mitwirkungsrechte bei der Gestaltung ihres neuen Wohnumfeldes zu.

Das neue Dorf Diepensee, ein Ortsteil der Stadt Königs Wusterhausen, verfügt über ein Dorfgemeinschaftshaus, ein Gebäude für die Feuerwehr, eine Kita sowie Grün- und ausreichend Freiflächen, die die weitere Entwicklung der Gemeinde sichern. Ein Bolzplatz mit Flächen für verschiedene Freizeitaktivitäten folgt 2005. Die Gräber des Diepenseer Friedhofs wurden auf den Friedhof Deutsch-Wusterhausen umgebettet. Gesamtgröße des neuen Ortsteils: 29,6 Hektar.

Unterdessen laufen im alten Ort Diepensee, einem Teil der künftigen Flughafenfläche, die Bauvorbereitungen: Mitte November wurden Plattenbauten in der Karl-Marx-Straße und Gebäude rund um den alten Gutshof im Dorfkern abgetragen. Bis Mitte 2005 werden die meisten Gebäude im alten Diepensee abgerissen sein. Zudem graben Archäologen des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLDAM) seit Mitte November in der Ortslage Diepensee nach archäologischen Funden, die sie seit Mitte 2003 bei umfangreichen Voruntersuchungen lokalisiert hatten. Besiedlungsspuren aus der Stein-, Bronze- und Slawenzeit sowie der Zeit der mittelalterlichen und neuzeitlichen Besiedlung werden in den nächsten Monaten dokumentiert, die Funde geborgen. Die Ausgrabungen beschränken sich auf die im Eigentum der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH FBS befindlichen Grundstücke.

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