Kirche und Gräber freigelegt

03.08.2005
Seit November 2004 laufen die archäologischen Ausgrabungen in Diepensee, das künftig zur Fläche des Hauptstadt-Airports BBI gehören wird. Nun können die Archäologen des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLDAM) die ersten Funde präsentieren: Kirche und Gräber aus dem Mittelalter, Feuersteine aus der Steinzeit, Scherben aus der Bronzezeit, Alltagsgegenstände aus dem 19. und 20. Jahrhundert – insgesamt Funde aus fünf Jahrtausenden.Rund 30 Archäologen, Grabungsarbeiter, Grabungstechniker und studentische Hilfskräfte werden bis Ende 2007 mit einer der interessantesten Grabungen in der Region Berlin-Brandenburg beschäftigt sein, Funde bergen und Besiedlungsstrukturen dokumentieren. Die geschlossene Umsiedlung der Diepenseer nach Königs Wusterhausen eröffnet den Archäologen eine der seltenen Möglichkeiten, ein ganzes Dorf auszugraben. So kann die gesamte Besiedlungsgeschichte des Ortes über viele Jahrtausende hinweg rekonstruiert werden.Bislang bedeutendster Fund: Nordwestlich des Diepensees, der dem Dorf den Namen gab, graben die Archäologen die mittelalterliche Kirche samt Friedhof aus. Die in Ost-West-Richtung angeordneten Gräber lassen auf christliche Bestattungen schließen.Feuersteinartefakte, Keramik und einzelne Siedlungsgruben belegen, dass sich bereits in der Steinzeit, vor 5.000 Jahren, Menschen am Diepensee niederließen. Auch in der Bronzezeit sind Besiedlungsspuren nachgewiesen. Nach einer längeren Unterbrechung entstand im 13. Jahrhundert eine beachtliche spätmittelalterliche Siedlung, die von einem Graben umgeben war, der ein etwa 500 mal 300 m großes Areal umschloss. Innerhalb dieser Fläche sind mehrere Holzkeller und bislang acht Steinkeller freigelegt worden, die offensichtlich durch Feuer zerstört wurden. Nach einer längeren Pause siedelten sich erst im ausgehenden 18. Jahrhundert wieder Menschen am Diepensee an. In dieser Zeit entstand das Gutshaus, das bis ins 20. Jahrhundert hinein mehrfach umgebaut wurde.Wie bei Bauvorhaben üblich sind auch für den Ausbau Schönefelds zum BBI die archäologischen Ausgrabungen eine wichtige Voraussetzung. Die Arbeiten der Archäologen werden von den BBI-Planern mit den weiteren Bauvorbereitungen auf der Baustelle abgestimmt. Auftragsvolumen für die bisherigen archäologischen Ausgrabungen: 3,2 Millionen Euro.Bei ihren Ausgrabungen stützen sich die Archäologen auf die Erkenntnisse, die sie seit Ende August 2003 bei umfangreichen Voruntersuchungen auf dem Gelände gewonnen haben. Dabei sichteten die Archäologen zahlreiche Quellen zur Besiedlungsgeschichte Diepensees und lokalisierten Bodendenkmale durch gezielte Sondierungsschnitte. Die Ausgrabungen beschränken sich auf die im Eigentum der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH FBS befindlichen Grundstücke.
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