BBI-Terminal: Startschuss für die Bauarbeiten

11.07.2008
Baubeginn ist entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum BBI / Terminal wird Herzstück des neuen Airports / Europas größtes Flughafenprojekt nimmt Gestalt an / BAM Deutschland, Max Bögl und ALPINE Bau realisieren Terminal-Rohbau
Es ist soweit: Heute starten die Bauarbeiten für das Terminal des BBI. Damit erreichen die Berliner Flughäfen einen weiteren Meilenstein bei der Realisierung des neuen Hauptstadtflughafens, der zum Beginn des Winterflugplans 2011/2012 seine Tore öffnen wird. Erst im Juni hatten die Berliner Flughäfen den Zuschlag für den Rohbau des Terminals an die BAM Deutschland AG, Stuttgart, vergeben. Die Arbeitsgemeinschaft Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG / ALPINE Bau Deutschland AG, Niederlassung Berlin, erhielt zeitgleich den Auftrag zum Bau der beiden Piers Nord und Süd.

Das neue sechsgeschossige BBI-Fluggastterminal wird 220 Meter lang, 180 Meter breit und 32 Meter hoch sein. Vorgelagert ist das 715 Meter lange Haupt-Pier, das nach aktuellem Planungsstand über 15 Fluggastbrücken verfügt. Ergänzt wird das Terminal durch das 350 Meter lange Nord-Pier, das für Walk-Boarding vorgesehen ist und durch das Süd-Pier, das ebenfalls 350 Meter lang ist und über zehn Fluggastbrücken verfügt. Die Startkapazität des U förmig angelegten Terminalkomplexes beträgt 22 bis 25 Millionen Passagiere.

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister Berlins, zum Baubeginn: „Mit dem Beginn der Rohbauarbeiten für das Terminal konnte ein weiterer entscheidender Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung des BBI erzielt werden. Das neue Terminal wird das Herzstück des künftigen Flughafens. Mit BBI ist die Hauptstadtregion bestens gerüstet für die künftigen Herausforderungen in einer globalisierten Welt.“

Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg: „Der BBI ist eines der wichtigsten Bauprojekte in Europa. Der Start der Bauarbeiten fürs Terminal ist auch ein wichtiges Signal an die heimische Wirtschaft, sich in Zukunft weiter aktiv am Bau des BBI zu beteiligen. Der BBI ist eine Erfolgsgeschichte für den regionalen Mittelstand. Wir werden unser bewährtes BBI-Mittelstandskonzept auch künftig konsequent umsetzen. Die BBI-Baustelle ist schon heute der wichtigste Konjunkturmotor der Region. 1,2 Milliarden Euro sind bereits an Aufträgen vergeben worden. Davon sind allein 85 Prozent in die regionale Wirtschaft geflossen.“

Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: „Die Bundeshauptstadt erhält mit dem BBI einen leistungsfähigen internationalen Verkehrsflughafen. Das Terminal gibt diesem Airport sein unverwechselbares Gesicht. Erst letzte Woche konnten wir die Fertigstellung des 1. Abschnitts des Bahnhofs begehen. Die Bauarbeiten kommen immer mehr voran. Die Hauptstadtregion realisiert mit dem BBI eines der größten Flughafenprojekte in Europa, das für ganz Deutschland, aber auch für angrenzende Regionen, wie Westpolen, von enormer Bedeutung ist.“

Thomas Weyer, Geschäftsführer Technik/BBI der Berliner Flughäfen: „Mit dem zeitgerechten Beginn der Rohbauarbeiten stellen wir sicher, dass die nächsten Arbeiten am BBI im Zeitplan weitergeführt werden können. Allein über 1.000 Bauarbeiter werden in Spitzenzeiten an den Rohbauarbeiten für das Terminal beteiligt sein. Das neue Terminal entspricht allen Anforderungen an einen modernen, leistungsfähigen und kundenorientierten Flughafen. Das Terminal ist eine Investition in die Zufriedenheit unserer Kunden. Es wird eines der neuen Wahrzeichen der Hauptstadtregion werden.“

Der BBI – ein Flughafen der neuen Generation

Die Architektur

Der BBI wird mit Anklängen an die regionale Bautradition klar in der deutschen Hauptstadtregion verortet. Das Terminal greift mit seinen gegliederten Fassaden und klaren, geometrischen Formen architektonische Elemente von Schinkel bis zum Bauhaus auf. Die zentrale Zufahrt über eine baumbestandene Allee verweist auf charakteristische Merkmale aus dem Städte- und Landschaftsbild von Berlin und Brandenburg.

Check-in

Die Tage des Papiertickets sind gezählt. E Tickets werden die Flughafenwelt von morgen beherrschen. Folgerichtig wird es am BBI neben acht Check-in-Inseln mit insgesamt 112 Check-in-Positionen rund 120 Check-in-Automaten der Airlines geben. Mit ihrer Hilfe können Passagiere selbstständig Bordkarten für ihre zum Beispiel via Internet gebuchten Flüge ausdrucken.

Retail/Non Aviation

Die moderne Reise beginnt im Flughafen von morgen nach dem Sicherheitscheck. Shops und Restaurants, Cafés und Bars werden genauso zum BBI gehören wie Startbahnen und Abfertigungsschalter. Für Besucher der deutschen Hauptstadtregion wird es auf dem BBI auch außerhalb des Sicherheitsbereiches ein erstklassiges Gastro- und Retail-Angebot sowie in der AirportCity Hotels und Konferenzzentren geben.

Sicherheit

Der Flughafen von morgen wird ein noch strenger gesicherter Bereich als heute sein. Mehrfach hat die EU-Kommission die für Flughäfen gültigen Sicherheitsbestimmungen in den vergangenen Jahren verschärft. Gleich sieben verschiedene Passagierströme (incoming, outgoing, transfer, EU, Non-EU, Schengen, Non-Schengen) müssen strikt nach EU-Vorgaben gesteuert werden. Diese komplexen Anforderungen haben die Berliner Flughäfen bereits bei der Planung des BBI berücksichtigt. Durch höhere Sicherheitsbestimmungen eventuell verursachte Zeitverluste können so minimiert werden. Moderne Authentifikationsverfahren werden auf dem BBI eine wichtige Rolle spielen. Schon heute testen die Berliner Flughäfen im Rahmen eines EU weiten Entwicklungsprojektes die dreidimensionale biometrische Gesichtserkennung.

Ideale Verkehrsanbindung

Der BBI wird auch am Boden bestens vernetzt sein. Passagiere erreichen den Airport mit dem Auto bequem via Autobahn A113 oder die Bundesstraße B 96a über eine zentrale Terminalvorfahrt. Mit dem sechsgleisigen unterirdischen Terminalbahnhof sind innerhalb des Flughafenzauns alle Voraussetzungen für eine optimale Bahnanbindung geschaffen. Über Rolltreppen und Aufzüge ist die Terminalhalle bequem und schnell erreichbar. Umso wichtiger ist es nun, dass die drängenden Fragen bei Planung und Bau der Schienenverbindungen zum BBI geklärt werden.

Umweltverträglichkeit

Die Umweltverträglichkeit spielt bei den BBI-Planungen eine zentrale Rolle. Der Bodenlärm der Flugzeuge verbleibt aufgrund des Midfield-Konzepts zu großen Teilen auf dem Flughafengelände selbst. Günstige Betriebs- und Unterhaltungskosten sind ein wesentlicher Teil bei den BBI-Planungen. Besonderen Wert legen die Planer auf einen optimalen Energieverbrauch der einzelnen Bauten. Neben der Nutzung von hochinnovativen Wärmerück-gewinnungssystemen wird auch die Integration von regenerativen Energiesystemen – z. B. Geothermie oder Kühlung mit Regenwasser – in die Planung einbezogen. Während der Bauarbeiten sorgt eine ökologische Baubegleitung für die Minimierung von Umweltbelastungen (z. B. Umsetzung geschützter Tierarten, Einsatz lärmarmer Baufahrzeuge und Flüsterasphalt für Baustraßen). Umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (z. B. die Renaturierung einer 2.000 ha großen Fläche südlich von Berlin) begleiten den Flughafenausbau.

Steckbrief BBI-Terminal – Zahlen, Daten, Fakten

Architekten - pg bbi: Planungsgemeinschaft Flughafen Berlin Brandenburg International bestehend aus - J. S. K. International Architekten und Ingenieure GmbH - gmp Generalplanungsgesellschaft mbH - IGK-IGR Ingenieurgesellschaft Kruck mbH (alle Berlin)

Mehr als 140 Planungsbüros aus den Bereichen Architektur, Tragwerksplanung und Technische Gebäudeausrüstung sowie weitere Fachplaner sind an den Arbeiten beteiligt.

Terminal- und Pierflächen gesamt - 280.000 m² Bruttogrundfläche - 49.000 m² Dachfläche - Vorfahrt mit ca. 550 m Länge

Terminal - Länge: 220 m - Breite: 180 m - Höhe: 32 m

Haupt-Pier - Länge: 715 m - nach aktuellem Planungsstand in der Startversion 15 Fluggastbrücken, davon eine für A-380-Abfertigung

Nord-Pier - Länge: 350 m - Walk-Boarding

Süd-Pier - Länge: 350 m - 10 Brücken

Terminal-Ebenen Ebene U2 – Bahnhof, Technik, Ver- und Entsorgungsebene Ebene U1 – Verteilerebene vom Bahnhof zum Terminal und zur Airport City Ebene E0 – Ankunftsebene, inkl. Gepäckausgabe und Vorfahrt Ebene EOZ – Zwischengeschoss für die Passagiertrennung nach Luftsicherheitsgesetz Ebene E1 – Vorfahrt, Abflugebene, Check-in, Sicherheitskontrollen, Retail, Gastronomie, und Warteräume Ebene E2 – Warteräume, Lounges, Büros Ebene E3 – Lounges Ebene E4 – Terrasse

Ausstattung Terminal - Acht Check-in-Inseln mit insgesamt 112 Schaltern - Verstärkter Einsatz von Common Use Self-Service (CUSS), d.h. Check-in an Automaten, die von mehreren Airlines gemeinsam genutzt werden. Das Gepäck kann danach an sogenannten „Drop Off Points“ abgegeben werden. - 40 Sicherheitskontrollen mit vorgelagerter Bordkartenkontrolle - Gepäckausgabehalle mit 8 Gepäckrückgabe-Rundläufen

Gepäcksortierhalle - 20.000 m² Bruttogrundfläche - 9.500 lfd. m Gepäck-Förderstrecke - Gepäckkontrolle mittels mehrstufiger Reisegepäck-Kontroll-Anlage (MRKA) mit drei Kontrollstufen - 24 Rundläufe als Verladeendstellen - 4 Pierbänder als Verladeendstellen - 4 Transferaufgabebänder - Gepäckspeicher für 1.600 Gepäckstücke

Kapazität - Startkapazität 2011: 22 - 25 Millionen Passagiere - Maximale Ausbaustufe: die Kapazität des BBI kann je nach Marktentwicklung auf bis zu 360.000 Flugbewegungen, also etwa 40 Millionen Passagiere gesteigert werden

Bahnhof ICE-Bahnhof mit zwei Bahnsteigen für Regional- und Fernverkehr sowie ein S-Bahnsteig

Technische Ausrüstung 48.000 Sprinklerköpfe 10.000 Brandmelder 177 km Rohrleitungen 210.000 m² Blechkanäle für Raumlufttechnik 4 Energiestationen 30 Transformatoren 1.300 Sanitärobjekte 10.000 Lautsprecher

Sonstiges 33.000 m² Glasfassaden 160.000 m³ Beton 35.000 Tonnen Bewehrungsstahl 9.000 Tonnen Baustahl für Stahlkonstruktion

Ansprechpartner
Ralf Kunkel Leiter Pressestelle Flughafen Berlin Brandenburg

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