Sachlich informieren statt Panik verbreiten

16.02.2011
Berliner Flughäfen verwahren sich gegen die wiederholten Falschdarstellungen der Bürgerinitiative Fluglärmfreie Havelseen / BBI-Entgeltordnung weitet erfolgreiches Lärmentgelt aus: Besonderer Schutz der Nachtzeit

262 Euro statt 57.500 Euro:

Die Berliner Flughäfen verwahren sich gegen die am gestrigen Dienstag wiederholt vorgetragenen Falschdarstellungen der Bürgerinitiative Fluglärmfreie Havelseen in Bezug auf das in der BBI-Entgeltordnung enthaltene Lärmentgelt.

Haltlose Vorwürfe

Äpfel mit Birnen verglichen: Die Bürgerinitiative vergleicht in ihrem Schreiben vom gestrigen Tag Flüge auf dem BBI um 12 Uhr und um 23.15 Uhr mit einer Lärmentwicklung von 83 dB(A), 84 dB(A), 89 dB(A) und über 90 dB(A) mit Flügen zu den gleichen Zeiten und der gleichen Lärmentwicklung auf dem Frankfurter Flughafen. Die Dezibel-Klassen von Frankfurt und dem BBI zu vergleichen, ist jedoch Äpfel mit Birnen vergleichen: In Frankfurt fällt in die höchste Dezibelklasse ab 84 dB(A) z.B. eine AN124, auf dem BBI fällt in eine ähnliche Klasse zwischen 80 und 85 dB(A) eine B767-300. Dies liegt daran, dass in Frankfurt und Berlin die Lärmmesspunkte an anderen Stellen und somit Entfernungen zum Flugzeug stehen. Um aussagefähige Vergleiche zu erhalten, darf man also nicht dB(A)-Werte vergleichen, sondern muss Flugzeugtypen für einen Vergleich heranziehen. Die Bürgerinitiative kommt daher fälschlicherweise zu dem Schluss, dass die Gebühren auf dem Frankfurter Flughafen für einzelne Luftfahrzeugtypen viel höher als auf dem BBI seien.

262 Euro statt 57.500 Euro: In ihrem konkreten Rechenbeispiel verrechnet sich die Bürgerinitiative. Sie behauptet, ein Flug mit einer Yak 42 um 22.45 Uhr koste in Berlin 478,80 Euro, auf dem Frankfurter Flughafen jedoch 57.500 Euro. Dies ist falsch. Während die Gebühr für den BBI richtig widergegeben ist, kostet die Landung auf dem Frankfurter Flughafen nicht 57.500 Euro, sondern lediglich 262 Euro. Der Fehler entsteht dadurch, dass die Bürgerinitiative das Flugzeug statt in die Kategorie 5 fälschlicherweise in die Kategorie 12 der Frankfurter Gebührenordnung eingruppiert.

In einer zweiten Nachricht vom gestrigen Tage behauptet die Bürgerinitiative, die Gebühren für lautes Fluggerät (Lärmklassen 5 und 6) würden auf dem BBI im Vergleich zum jetzigen Flughafen Schönefeld halbiert. Auch dies ist falsch. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden in Schönefeld nur Entgelte je Landung erhoben. Am BBI erfolgt dies differenzierter nach Start und Landung. Die Änderungen beim Lärmentgelt – in der Regel deutliche Erhöhungen – sowie die zusätzlichen Beaufschlagungen in den Nachtzeiten sind dem Link am Ende des Artikels zu entnehmen.

Zum aktuellen Stand der Entgeltordnung für den BBI

Bereits seit vielen Jahren erheben die Berliner Flughäfen ein lärmbezogenes Entgelt. Dieses hat in den vergangenen Jahren seine Steuerungswirkung entfaltet. Lautes Fluggerät wie beispielsweise die BAC 1-11 ist auf den Berliner Flughäfen bereits seit Jahren nicht mehr zu finden.

Im vorliegenden Entwurf für die BBI-Entgeltordnung führen die Berliner Flughäfen dieses lärmbezogene Entgelt nicht nur fort, sie erweitern es sogar in drei Punkten:

  • Flüge zwischen 22 und 6 Uhr werden mit einem differenzierteren Lärmaufschlag versehen, um einen Anreiz für die Abwicklung dieser Flüge in der Tageszeit von 6 bis 22 Uhr zu bieten. In der Kernnachtzeit sind nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum BBI von 2006 reguläre Linienflüge nicht möglich. In Ausnahmen können hier dennoch vereinzelte Flugbewegungen wie z. B. Hilfsflüge des Roten Kreuzes in Katastrophengebiete zu verzeichnen sein.
  • Bislang erheben die Berliner Flughäfen lediglich Entgelte für Landungen. Starts wurden den Airlines hingegen bislang nicht in Rechnung gestellt. Dies ändert sich nun. Entgelte fallen auf dem BBI grundsätzlich für jede Flugbewegung, ungleich ob Start oder Landung, an.
  • Wie am Flughafen Frankfurt erheben die Berliner Flughäfen künftig ein emissionsbezogenes Entgelt, mit dem ein Anreiz zum Einsatz modernen Fluggeräts mit weniger Ausstoß an Klimagasen (Stickoxide NOx) geschaffen wird.

Die BBI-Entgeltordnung wurde der Fluglärmkommission bereits im Juni 2010 vorgestellt, hat das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren mit den Airline-Kunden durchlaufen und liegt derzeit zur Genehmigung beim Infrastrukturministerium in Brandenburg vor.

0,02 Prozent der Flugbewegungen: Unseriöse Panikmache statt seriöser Information

Um zu verdeutlichen, wovon wir bei diesem Thema eigentlich sprechen, abschließend ein paar Zahlen, wie oft Flüge mit lautem Fluggerät auf den Berliner Flughäfen eigentlich durchgeführt werden:
  • In der höchsten Lärmklasse 7 gab es 2010 in Tegel und Schönefeld 14 Flugbewegungen (7 Starts und 7 Landungen). Dabei handelte es sich um 10 Flugbewegungen des Deutschen Roten Kreuzes für Hilfseinsätze und 4 Flugbewegungen für die Regierung/das Militär. Nur eine Flugbewegung fand in der Nacht statt.
  • In der Lärmklasse 6 gab es in 2010 in Tegel und Schönefeld nur 12 Flugbewegungen (6 Starts und 6 Landungen). Dabei handelt es sich bis auf einen Flug ausschließlich um Regierungsflüge und nicht um Linienverkehre. Keiner dieser Flüge ist in der Nacht oder an den Tagesrandzeiten gestartet oder gelandet.

In Summe sind dies 0,02 Prozent der Flugbewegungen auf den Berliner Flughäfen im Jahr 2010.

Vor allem bei Ausnahmen wie z. B. Hilfseinsätzen, Regierungs- oder Militärflügen kommt also Fluggerät der Lärmklassen 6 und 7 zum Einsatz. Im Berliner Linien- und Charterverkehr finden sich diese Flugzeugtypen nicht.

Die Berliner Flughäfen geben gern Sachinformationen zum lärmbezogenen Entgelt und der BBI-Entgeltordnung. Die Bürgerinitiative Fluglärmfreie Havelseen verbreitet zu diesem Thema jedoch wiederholt Falschdarstellungen. Die Bürgerinitiative setzt damit bewusst und fahrlässig auf Panikmache und eine Verunsicherung der Menschen in der Region. Für eine Auseinandersetzung auf einem derartigen Niveau stehen die Berliner Flughäfen nicht zur Verfügung.

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