MIL genehmigt BBI-Entgeltordnung: Vernünftiger Kompromiss: Berliner Flughäfen begrüßen Genehmigung der BBI-Entgelte

06.04.2011
Klarer Kostenbezug / Deutliches Signal für gesundes Wachstum und Ausbau der Umsteigeverkehre / Lärmentgelte belohnen den Einsatz leiser Flugzeuge
Das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) hat die Entgeltordnung für den neuen Airport Berlin Brandenburg International BBI genehmigt – ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur BBI-Inbetriebnahme.

Prof. Dr. Rainer Schwarz, Sprecher der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen, sagt: „Airlines und Flughafen bekommen mit der heutigen Genehmigung der Entgeltordnung wirtschaftliche Planungssicherheit. Wir haben jetzt einen vernünftigen Kompromiss zwischen den Interessen der Airlines und der Flughafengesellschaft. Jede Airline kann nun kalkulieren, was sie für ihr Engagement am BBI zu zahlen hat. Klar ist: jeder zahlt das, was er auch nutzt.“

Die Genehmigung der BBI-Entgeltordnung ist ein deutliches Signal für gesundes Wachstum in allen Segmenten. Die Luftverkehrsziele der Hauptstadtregion werden gestärkt: Der Aufbau strategisch bedeutender Verkehre (Langstrecke und Umsteigeverkehr) wird unterstützt. Damit ist die Entgeltordnung ein wichtiger Hebel für die Stärkung Berlins als Kongress- und Messestadt auf der einen und für die Neuansiedlung von Unternehmen in der Region auf der anderen Seite.

Eine neue Entgeltordnung für einen neuen Flughafen

Die Berliner Flughäfen konzentrieren den gesamten Flugverkehr der deutschen Hauptstadtregion ab dem 3. Juni 2012 an einem völlig neuen Flughafen – dem BBI, mit neuer Infrastruktur und daher auch mit neuer Kostenstruktur. Von vorneherein war Maßgabe bei der Erstellung der Entgeltordnung: Der BBI darf kein Subventionsempfänger und somit zur Belastung für die Steuerzahler werden.

„Wer in eine nagelneue Wohnung zieht, in der auch schon Platz für ein zusätzliches Kinderzimmer ist, bezahlt mehr als in seiner alten Studentenbude“, versinnbildlicht Flughafenchef Schwarz und erwartet: „Im Schnitt rechnen wir mit einer Erhöhung von fünf Euro pro abfliegendem Passagier.“

Damit ist es den Berliner Flughäfen gelungen, dass zum Einen die Mehrkosten deutlich unter den Belastungen durch die Luftverkehrssteuer (acht, 15, 45 Euro pro Passagier und Flug zzgl. MwSt.) liegen, zum Anderen bleibt das allgemeine Preisniveau der BBI-Entgeltordnung unter dem der großen deutschen Umsteigeflughäfen.

Vorgaben und Leitlinien der Planung

Die Erstellung der BBI-Entgeltordnung war eine große Herausforderung. Es galt, alle Airlines mit ihren unterschiedlichsten Ansprüchen unter einem Dach unterzubringen – das so genannte One-Roof-Konzept des BBI. Gleichzeitig waren zahlreiche rechtliche und betriebliche Vorgaben zu beachten. Keine Airline wird an den Berliner Flughäfen subventioniert. Herausgekommen ist eine Entgeltordnung mit einem eindeutigen und nachvollziehbaren Kostenbezug. Die Entgeltordnung setzt gezielt Effizienzanreize – belohnt werden Airlines unter anderem, wenn
  • die Flugzeuge nur kurze Standzeiten am Flughafen haben,
  • die Flugzeuge einer Airline eine hohe Auslastung vorweisen können,
  • sie Verkehrswachstum bringen,
  • sie Langstrecken anbieten und den Umsteigeverkehr stärken.

Anreize für den Einsatz umweltfreundlicher Flugzeuge

Auch der Einsatz von umweltfreundlicheren Flugzeugtypen zahlt sich am BBI aus. Bereits seit vielen Jahren erheben die Berliner Flughäfen ein lärmbezogenes Entgelt. Dieses hat in den vergangenen Jahren seine Steuerungswirkung entfaltet.

In der BBI-Entgeltordnung führen die Berliner Flughäfen dieses lärmbezogene Entgelt nicht nur fort, sie erweitern es sogar in verschiedenen Punkten: so werden Flüge zwischen 22 und 6 Uhr mit einem differenzierteren Lärmaufschlag versehen, um einen Anreiz für die Abwicklung dieser Flüge in der Tageszeit von 6 bis 22 Uhr zu bieten. Außerdem erheben die Berliner Flughäfen zukünftig Lärmentgelte sowohl für Starts als auch für Landungen. Bislang wurde dies lediglich für Landungen getan. Nicht zuletzt gibt es künftig ein emissionsbezogenes Entgelt, mit dem ein Anreiz zum Einsatz modernen Fluggeräts mit weniger Ausstoß an Klimagasen (Stickoxide NOx) geschaffen wird.

Transparentes Verfahren

Um das Konfliktpotenzial bei der Erstellung der BBI-Entgeltordnung von vornherein zu mindern und die Planungen und Vorstellungen der Airlines möglichst genau kennen zu lernen, haben sich die Berliner Flughäfen frühzeitig entschieden, dem offiziellen Konsultationsverfahren eine freiwillige Informations- und Gesprächsphase vorzuschalten. Mit diesem Verfahren sind die Berliner Flughäfen weit über den gesetzlich vorgeschriebenen Prozess hinaus gegangen.

Vor der BBI-Inbetriebnahme wird es zwischen Genehmigungsbehörde, Airlines und Berliner Flughäfen weitere Gespräche geben, in deren Verlauf die bisherigen Annahmen für die Planung der Entgeltordnung mit den aktuellen Marktentwicklungen abgeglichen werden.

Dass dieser Weg richtig ist, beweist das Engagement der Airlines: Der Wachstumsboom im Berliner Luftverkehr ist ungebrochen – die Hauptstadtregion ist für viele Airlines ein strategisch wichtiger Markt. Sie bringen sich schon heute in Stellung, um am künftigen Wachstum teilzuhaben.

Seit Mai 2010 baut airberlin am Flughafen Tegel sein Drehkreuz aus. Dies bildet die Grundlage für weiteres Wachstum am BBI – gemeinsam mit den Partner-Fluggesellschaften aus der oneworld-Allianz.

Die Lufthansa hat kürzlich das Projekt „Zukunft Berlin“ aus der Taufe gehoben. Mitte des Jahres ist mit ersten Ergebnissen zu rechnen, inwieweit die Lufthansa ihr Engagement in Berlin – möglicherweise auch mit eigenen Langstrecken und Umsteigeverkehren – ausbaut.

Der Geschäftsführer von Easyjet Deutschland, Thomas Haagensen wiederholte in der vergangenen Woche – anlässlich der Neuaufnahme der Strecke Berlin-Manchester: „Wir halten in Deutschland Kurs auf Wachstum. easyJet wird sein Engagement speziell in Berlin weiter ausbauen. Wir wollen noch mehr Urlauber und Geschäftsreisende ans Ziel bringen."

In Hinblick auf Ryanair, dessen Chef Michael O`Leary bereits mehrmals gedroht hat, Berlin zu verlassen, sagt Flughafenchef Schwarz: „Der Erfolg des BBI ist nicht abhängig von der Ryanair-Präsenz. Das Geschäftsmodell der Ryanair beruht primär darauf, kleine abgelegene Flughäfen solange anzufliegen, wie es Subventionen gibt – und danach wieder zu gehen.“ Jüngstes Beispiel in Deutschland ist der Wechsel der Ryanair vom Flughafen Altenburg (Thüringen) zum Flughafen Magdeburg-Cochstedt (Sachsen-Anhalt). Schwarz geht davon aus, „dass sich dieses Geschäftsmodell mit zunehmendem Wissen und Erfahrung der Airport-Eigentümer überholt“.

Die Entgeltordnung für den neuen Hauptstadtflughafen BBI sowie die aktuellen Entgeltordnungen für die Flughäfen Tegel und Schönefeld stellen die Berliner Flughäfen zum Herunterladen im Internet bereit.

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