Wichtigstes Zukunftsprojekt der Region auf gutem Weg – massive Lärmentlastung durch BBI

07.04.2011
Zur heutigen Anhörung zu Flügen in den Tagesrandzeiten: Anwohnerfreundlicher Kompromiss besteht bereits seit 2009 / Flugverbot am Tagesrand würde 15 Jahre Flughafenplanung ad absurdum führen, wäre Sonderfall in ganz Europa / Optimierung der Flugrouten weit fortgeschritten
Der BBI ist das wichtigste Zukunftsprojekt für die Region Berlin-Brandenburg. Nur mit voller Funktionalität, weiteren Langstrecken und Flügen in den Randzeiten bringt der BBI das, wofür er geplant wurde: Neue Arbeitsplätze, Firmenansiedlungen und weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Gleichzeitig wird die Region gegenüber dem Status Quo mit den Flughäfen Schönefeld und Tegel und sogar gegenüber den Prognosen in der Planfeststellung künftig massiv vom Fluglärm entlastet werden“, sagte Flughafenchef Prof. Dr. Rainer Schwarz während der heutigen Anhörung im Ausschuss für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landtages Brandenburg.

Keine Linienflüge in der Nacht, nur eingeschränkt Flüge in den Randzeiten: Kompromiss besteht durch ergänzenden Planfeststellungsbeschuss bereits

Der anwohnerfreundliche Kompromiss für Flüge in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr besteht längst: Entlang der Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts in seiner letztinstanzlichen BBI-Genehmigung von 2006 hat das brandenburgische Infrastrukturministerium (MIL) bereits 2009 hier deutliche Einschränkungen vorgenommen.

Demnach gilt ab BBI-Eröffnung:

  • Reguläre Linienflüge in der Kernnachtzeit von 0 bis 5 Uhr sind ausgeschlossen – im Gegensatz zur derzeit für Schönefeld bestehenden 24-h-Genehmigung.
  • Lediglich 77 Flugbewegungen sind in den Tagesrandzeiten von 22 bis 24 und von 5 bis 6 Uhr genehmigt. Die Airlines hatten im Genehmigungsverfahren einen deutlich höheren Bedarf angemeldet.
  • Für die Zeit zwischen 5 und 6 Uhr sowie zwischen 23 und 24 Uhr erlaubt die Behörde eine maximale Anzahl von durchschnittlich 31 Flugbewegungen. Dadurch ist schon heute klar, dass das mittel- und langfristige Wachstum des Flughafens gedeckelt werden wird.
  • Von 23.30 bis 24 Uhr und von 5 bis 5.30 Uhr dürfen grundsätzlich keine planmäßigen Flüge stattfinden. Diese Zeiten stehen ausschließlich für Verspätungen bzw. Verfrühungen zur Verfügung.

Schwarz: „Der Kompromiss für den BBI ist längst getroffen. Eine weitere Verschärfung dieser restriktiven Regelung würde 15 Jahre gemeinsame Flughafenplanung in unserer Region ad absurdum führen und ginge über die gängige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts weit hinaus.“

Wettbewerbsfähigkeit muss erhalten bleiben

Auf internationalen Flughäfen wie in Amsterdam, Brüssel oder Paris kann auch nachts geflogen werden. Auf den Airports in Frankfurt, München und Düsseldorf gelten ähnliche Regelungen wie für den BBI: Die Kernnachtzeit wird im Wesentlichen von Flugverkehr freigehalten, in den Randzeiten kann unter Einschränkungen geflogen werden.

Schwarz bezog sich in der Anhörung zudem auf ein Gutachten des Kölner Verkehrswissenschaftlers Prof. Herbert Baum aus dem Genehmigungsverfahren. Demnach wären ohne Flüge in den Randzeiten rund 18.000 Arbeitsplätze in Berlin und Brandenburg gefährdet. Mehrere hundert Millionen Euro an Einnahmen und Wertschöpfung gingen der Region verloren.

Massive Lärmentlastung der Region durch BBI / Optimierung der Flugrouten auf gutem Weg

Die Berlin-Brandenburger Luftverkehrspolitik verfolgt seit dem Konsensbeschluss von 1996 einen klaren Kurs: Schließung der innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof, Ausbau Schönefelds zum einzigen Flughafen Berlin Brandenburg International BBI. Das starke Passagierwachstum und das große Interesse von Airlines wie airberlin, Lufthansa und easyJet an einer Ausweitung ihrer Aktivitäten in Berlin-Brandenburg zeigen, wie richtig die Bündelung des Luftverkehrs am Berliner Stadtrand ist.

Aber auch aus Lärmgesichtspunkten ist die Schließung der innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof und die Bündelung auf dem BBI für die Fluglärmbelastung der Region ein Meilenstein:

Im Jahr 2004 waren bei einem Fluggastaufkommen von 15 Millionen Passagieren tagsüber 225.800 Menschen in unserer Region von einem Dauerschallpegel von 55 dB(A) betroffen. Im Jahr 2023 werden es bei doppelt so vielen Passagieren lediglich 59.600 sein (Quelle: Landesentwicklungsplan Flughafenstandortentwicklung, 2006). Die Anwohner am Flughafen werden durch ein umfangreiches Schallschutzprogramm mit einem Gesamtvolumen von 140 Millionen Euro weitreichend geschützt.

Darüber hinaus sind die Beratungen in der Fluglärmkommission (FLK) auf einem guten Weg: Das FLK-Votum vom 28. März 2011 empfiehlt der Deutschen Flugsicherung die Prüfung von Routen, die gegenüber den Annahmen im Flughafengenehmigungsverfahren eine weitere Lärmentlastung am BBI zur Folge hätten. Während Abflüge von der Nordbahn – wie auch während des gesamten Planfeststellungsverfahrens angenommen – weiterhin geradeaus starten, entlasten die bevorzugten abknickenden Starts von der Südbahn insbesondere die Menschen in Anrainergemeinden wie Blankenfelde, Schulzendorf und Eichwalde deutlich.

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