Kunst am Bau

Radikales Theater, ausgefallene Kunst, schräge Mode: Berlin ist ein Mekka für Kreativschaffende und gerade deswegen bei vielen Besuchern so beliebt. Diese Kreativität ist bereits am Flughafen zu erleben. Sechs internationale Künstler haben sich mit dem Thema „Luft-Land“ auseinandergesetzt und jeweils ein Kunstwerk für den Flughafen Berlin Brandenburg geschaffen.

Gate X von Björn Melhus

Gate X
Das Gate X von Björn Melhus wird man vergeblich im Terminal suchen. Dorthin gelangt man nur über das Internet. Mit Laptop, Smartphone oder Tablet-PC haben Sie die Möglichkeit, in die virtuelle Parallelwelt des Flughafens abzutauchen. Gezeigt wird ein virtuelles Luftschloss mit seinen geisterhaften Bewohnern, die der computergenerierten Normfamilie aus den Flugzeug-Sicherheitsvideos entsprechen. Gate X stellt das Tor zu einer virtuellen Parallelwelt innerhalb des Terminals dar.

Standort: Der virtuelle Ort

Der Künstler: Björn Melhus, geboren 1966 in Kirchheim unter Teck, ist Film- und Videokünstler. Seit 2003 lehrt er als Professor an der Kunsthochschule Kassel. Melhus lebt und arbeitet in Berlin.

Open Sky Box von Takehito Koganezawa

Open Sky Box
Wer die Sicherheitskontrollen passiert hat und von dort aus weiter zum Marktplatz läuft, passiert die Open Sky Box von Takehito Koganezawa. Dabei handelt es sich um eine raumhohe Lichtbox, die nach dem Zufallsprinzip in blau und weiß beleuchtet wird. Auf ganz abstrakte Weise wird hier die Reise vorweg genommen.

Standort: Durchgang zwischen Sicherheitsbereich und Marktplatz

Der Künstler: Takehito Koganezawa, geboren 1974 in Tokio, arbeitet mit Video, Sound und Licht. Seine Kunstwerke umfassen Performances, Skulpturen und Zeichnungen. Er lebt und arbeitet in Berlin.

GADGET von Olaf Nicolai

GADGET von Olaf Nicolai
Ein weiteres Highlight gibt es im Außenbereich des Flughafens zu entdecken: Um die Fluggastbrücke, an der das Großraumflugzeug A380 andockt, schlingt sich eine riesige Perlenkette aus rot-weißen Glaskugeln. Die Kugeln legen sich wie ein Armband um die Brücke und signalisieren ihre aktuelle Nutzung: Von der unbenutzten Brücke über die aktive Nutzung bis zum Take off werden die verschiedenen Zustände in der Frequenz des Leuchtens visualisiert.

Standort: A380-Fluggastbrücke

Der Künstler: Olaf Nicolai, geboren 1962 in Halle/Saale, ist ein deutscher Konzeptkünstler, der mit den unterschiedlichsten Materialien arbeitet. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er mit Ausstellungen an fast allen wichtigen Orten des zeitgenössischen Kunstgeschehens präsent. Olaf Nicolai lebt und in arbeitet in Berlin.

Sternentalerhimmel von STOEBO

Sternentalerhimmel
Gleich nach der Ankunft am Flughafen Berlin Brandenburg werden die Fluggäste von einem Sternentalerhimmel in Form von im Boden eingelassenen Münzen begrüßt. Die Verlockung ist groß, sich zu bücken und diese aufzusammeln. Die Münzen aus aller Welt ergeben ein umfangreiches Kompendium von fernen Ländern, vom Reisen und Fliegen.

Standort: Austritt Ankunft

Die Künstler: STOEBO steht für die Zusammenarbeit der Künstler Cisca Bogman und Oliver Störmer. Die niederländische Medienkünstlerin Cisca Bogman arbeitet auch als Malerin und Grafikerin. Störmer ist als Künstler, Bildhauer und Kunstdozent tätig.

untitled von Matt Mullican

Untitled
Auf dem Weg vom unterirdischen BER-Bahnhof in Richtung Airport City sind an den Wänden der Treppenaufgänge mit Hilfe von Sandstrahltechnik Bilder und Motive angebracht. Der "Subjekt-Pavillon" bezieht sich auf das Fliegen, den Himmel und die Kosmologie. Der "Objekt-Pavillon" ist eine direkte Referenz an die Region Berlin-Brandenburg.

Standort: Plaza in der Airport City

Der Künstler: Matt Mullican, geboren 1951 in Kalifornien, ist einer der bekanntesten Konzeptkünstler der Welt. Er beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Wirklichkeit und Fiktion. Dabei bedient er sich diverser Medien wie Zeichnungen, Photographie und Video. Er lebt und arbeitet in Berlin.

The Magic Carpet von Pae White

Magic Carpet
Beim Einchecken lohnt sich der Blick nach oben: Durch den Luftraum der Check-in-Halle flattert ein großer, roter Teppich aus Metallgewebe. Die Arbeit greift das Motiv des fliegenden Teppichs auf, der allerhand Assoziationen bietet. Im Flughafen fungiert er als Membran zwischen Bekanntem und Unbekanntem, Realität und Imagination, Erinnerung und Hoffnung.

Standort: Luftraum in der Check-in-Halle

Die Künstlerin: Pae White, geboren 1963 in Kalifornien, lässt sich in ihrer Kunst von Architektur, Handwerk und Design inspirieren. In zahlreichen Buch- und Anzeigenprojekten hat sie über die Jahre eine ganz eigene Bildsprache entwickelt, deren filigranen Charakter sie auch in die Skulpturen übernimmt. Pae White lebt und arbeitet in Los Angeles.