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Planerische Grundlagen für den Flughafenstandort BER

1996 haben sich die Länder Berlin und Brandenburg und der Bund im sogenannten Konsensbeschluss darauf geeinigt, den Luftverkehr der Region am Standort Schönefeld zu bündeln. Mit dem Planfeststellungsbeschluss 2004 und der Bestätigung der Entscheidung durch das Bundesverwaltungsgericht 2006 liegen die planerischen Grundlagen für den Ausbau vor. Auf Basis von Fluggastprognosen wurde geschätzt, welche Kapazitäten der neue Standort bieten muss. Im Gutachten aus dem Jahr 2000 wurde prognostiziert, dass am BER im Jahr 2023 360.000 Flugbewegungen pro Jahr mit 30 Millionen Passagieren auftreten werden. Die positive Entwicklung in den vergangenen Jahren hat jedoch bereits seit 2016 zu höheren Passagierzahlen geführt. Aufgrund dessen wurde 2015 beschlossen, dass der Flughafen Schönefeld über die BER-Eröffnung weiter in Betrieb bleiben muss, bis am BER weitere Kapazitäten geschaffen wurden. Dieser Prozess wurde mit der Masterplanung in einem strategischen Leitbild gebündelt. Basis dafür war eine neue Fluggastprognose des Büros Steer von Anfang 2018, in der prognostiziert wird, dass 2040 am BER 417.000 Flugbewegungen mit 55 Millionen Passagieren im Jahr möglich sind.

Gemäß dem Planfeststellungsbeschluss von 2004 waren die 360.000 Flugbewegungen pro Jahr mit 30 Millionen Passagiere pro Jahr die Planungsgrundlage für die damals zu entwickelnde Infrastruktur, aber keine definitive Obergrenze. Verändern sich die Prognosen, muss die Infrastruktur angepasst werden.

Bei der Analyse dieser Zahlen ist festzustellen, dass der Anstieg der Flugbewegungen ungleich zum Anstieg der Passagierzahlen erfolgt. Gründe dafür sind deutlich höhere Auslastungszahlen sowie auch Weiterentwicklungen der Flugzeugmuster mit höheren Sitzplatzangeboten, Während im Planfeststellungsbeschluss 2004 noch im Durchschnitt ca. 83 Passagiere je Flugbewegung berechnet worden waren, reisten 2017 im Durchschnitt bereits ca. 121 Passagiere je Flugbewegung. Im Jahr 2040 werden im Durchschnitt ca. 132 Passagiere je Flugbewegung prognostiziert. Sind wir heute bei den Passagieren schon über der Prognose aus dem Planfeststellungsbeschluss, so erreichen wir die 360.000 Flugbewegungen jedoch erst nach 2030.

Auf dieser Grundlage ist es vordergründig erforderlich, die landseitige Terminalinfrastruktur entsprechend der Prognose anzupassen. Dazu wird im ersten Schritt seit Herbst 2018 ein neues Terminal T2 errichtet. Weiter ist es geplant, im Midfield ein Terminal 3 zu errichten. Ebenso wird die luftseitige Infrastruktur optimiert.

Die Obere Luftfahrbehörde Berlin-Brandenburg als Planfeststellungsbehörde hatte im Sommer 2018 mitgeteilt, dass der Masterplan BER 2040 als internes Strategiepapier der FBB in seiner Gesamtheit kein neues Planfeststellungsverfahren auslöst.

Auf dieser Grundlage wird die FBB für die jeweils erforderlichen Maßnahmen selbständig wirksame und abgrenzbare Änderungen der Planfeststellung beantragen. Die zuständige Planfeststellungsbehörde entscheidet dann über die fachplanerische Zulässigkeit des Vorhabens.

In Vorbereitung auf Planung und Genehmigung des Terminals 3 werden dazu vorab umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören u. a. die Überarbeitung der Luftverkehrsprognose, die Untersuchung der Auswirkungen auf den landseitigen Verkehr (Individual- und öffentlicher Verkehr), die Prüfung der Auswirkungen auf die Umwelt und eine neue Parkierungsstudie.

Alle Dokumente zur Planfeststellung finden Sie hier:

Informationen zum Schallschutzprogramm sowie Fluglärm und Flugrouten finden Sie im Nachbarschaftsportal: