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Hintergrund zu den Terminverschiebungen

In der Vergangenheit mussten bereits mehrere Eröffnungstermine für den BER abgesagt werden, da der Flughafen nicht fertiggestellt und abgenommen werden konnte. Ursachen sind unter anderem, dass der Flughafen nicht von einem Generalunternehmer gebaut wurde und die Arbeiten in zu viele Lose aufgeteilt wurden und es zu Umplanungen während der Bauzeit kam. Das Terminal wurde von 220.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche auf 340.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche erweitert und etwa durch Ausbauten im Pier Süd komfortabler oder durch Einbau einer Zwischenebene für den Umsteigeverkehr angepasst. Auch die Flugbetriebsflächen wie Vorfelder und Rollwege wurden erweitert. Außerdem nahm die Flughafengesellschaft 2010 aufgrund neuer EU-Sicherheitsbestimmungen zwei zusätzliche Gebäudeteile (die sogenannten Pavillons) links und rechts des Terminals in das BER-Bauprogramm auf. Durch die Umplanungen kam es außerdem zu Fehlern in der technischen Gebäudeausstattung, u. a. da das Ingenieurbüro Insolvenz anmelden musste, das in der Generalplaner-Arbeitsgemeinschaft für die Technische Gebäudeausstattung zuständig war.

Zudem wurde im Zuge der avisierten Eröffnung im Juni 2012 versucht, viele Defizite durch Geschwindigkeit und Parallelisierung in den Griff zu bekommen, mit dem Ergebnis, dass der Bau nicht genehmigungsfähig war. Nach der abgesagten Eröffnung 2012 wurde dem Generalplaner gekündigt und weitere Wissensträger verließen das Projekt. Die Bautätigkeit kam zum Erliegen. Bestandsanalysen, das Aufdecken von weiteren Schwachstellen und das Sanieren im Bestand mit dem Ziel die Genehmigungsfähigkeit wiederherzustellen erwiesen sich als sehr zeitaufwändig. Nach mehreren Wechseln der Verantwortlichkeiten, gab die Flughafengesellschaft Ende des Jahres 2017 schließlich bekannt, dass der Flughafen Berlin Brandenburg im Oktober 2020 eröffnet werden soll. Der Terminfestlegung war eine ausführliche Bestandsaufnahme und Risikoeinschätzung vorausgegangen.