X

Module im Überblick

Die Schallschutzmaßnahmen im Tagschutzgebiet sind aufgrund des hohen Schutzniveaus oftmals sehr umfangreich und können starke Eingriffe in die Bausubstanz nach sich ziehen. In der Praxis möchten viele Anwohner dies jedoch vermeiden und wünschen sich stattdessen flexiblere Möglichkeiten bei der Umsetzung der Schallschutzmaßnahmen. Die FBB hat sich daher entschlossen, den Anwohnern, die eine Anspruchsermittlung bauliche Umsetzung erhalten, verschiedene Module anzubieten, die die bisherige Vorgehensweise ergänzen. Die Module können einzeln oder in Kombination miteinander beantragt werden und sollen dabei helfen, Komplexität und Eingriffe in die Bausubstanz zu minimieren.

Eine Nutzung der Module ist nicht möglich, wenn Anwohner eine Anspruchsermittlung Entschädigung und somit eine reine Entschädigungszahlung von der FBB erhalten haben.

Modul Kastendoppelfenster

Aufgrund des hohen Schutzniveaus kann der vorgeschriebene Schallschutz zum Teil nur durch schwere und unhandliche Kastendoppelfenster erreicht werden. Anwohner, die diese Fenster ablehnen, können stattdessen einfache Schallschutzfenster erhalten, die einen sehr guten Schallschutz bieten, der über dem Niveau des Fluglärmschutzgesetzes liegt. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass diese Fenster ggf. nicht das hohe für den Tagschutz am BER erforderliche Niveau erreichen.

Anwohner, die das Modul Kastendoppelfenster nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte mit ihrem Ingenieurbüro.

Modul Schritt für Schritt

Aufgrund des hohen Schutzniveaus sind oftmals umfangreiche Baumaßnahmen und somit weitreichende Eingriffe in die Bausubstanz eines Hauses notwendig. Um die Eingriffe möglichst gering zu gestalten, haben Anwohner die Möglichkeit, die Maßnahmen Schritt für Schritt, ein Gewerk nach dem anderen, umsetzen zu lassen.

Anwohner, die das Modul Schritt für Schritt nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte mit ihrer Baufirma.

Modul Finanzierung

Umfangreiche Baumaßnahmen sind meist mit hohen Kosten verbunden. Da der Eigentümer die Baumaßnahmen beauftragt, erhält er auch die Rechnung der Baufirma. Im Regelfall müssen die Eigentümer aufgrund der kurzen Zahlungsläufe der FBB nicht in Vorleistung gegenüber der Baufirma gehen. Wer dennoch ausschließen möchten, die Rechnung bezahlen zu müssen, bevor diese vom zuständigen Ingenieurbüro geprüft und von der FBB erstattet wurde, kann mit seiner Baufirma eine Abtretungsvereinbarung schließen. Die Baufirma erhält dann das Geld nicht vom Eigentümer, sondern direkt von der FBB. Eigentümer sollten dabei beachten, dass auch bei einer Abtretungsvereinbarung durch die FBB nur die Kosten der erforderlichen Schallschutzmaßnahmen übernommen werden. Dazu gehören nur solche Schallschutzmaßnahmen, die in der Anspruchsermittlung bauliche Umsetzung (ASE-B) stehen oder explizit durch die FBB in einem Nachtrag freigegeben werden. Um zu vermeiden, selbst Kosten für die bauliche Umsetzung zu tragen, sollten daher nur die Schallschutzmaßnahmen beauftragt und zum Inhalt einer Abtretungsvereinbarung gemacht werden, die explizit in der ASE-B stehen oder durch die FBB in einem Nachtrag freigegeben wurden.

Anwohner, die das Modul Finanzierung nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte mit ihrer Baufirma.

Modul Wanddämmung

In vielen Gebäuden ist das hohe Schutzniveau allein durch den Einbau von Schallschutzfenstern nicht zu erreichen. Dann sind zusätzliche Wanddämmungen erforderlich. Vorgesehen sind dafür standardmäßig zertifizierte Innenwanddämmungen, welche die vorgegebenen Schalldämmmaße pauschal erfüllen. Anwohner, die eine Wandinnendämmung ablehnen, können das Modul Dämmung wählen, welches sich speziell auf die Nutzung von Wandaußendämmungen bezieht. Sie verständigen sich dabei mit ihrer Baufirma auf eine Dämmung von außen und legen der FBB Nachweise vor, dass das Schutzniveau durch diese Außendämmung eingehalten wird. Die FBB beteiligt sich dann an den Kosten bis zu dem Betrag, der für die Wandinnendämmung vorgesehen war.

Anwohner, die das Modul Wanddämmung nutzen möchten, besprechen die Vorgehensweise bitte mit ihrer Baufirma.

Als Orientierungshilfe bei der Suche nach einer geeigneten Außenwanddämmung finden Sie unten eine Liste der derzeit verfügbaren Varianten. Wichtig zu beachten ist bei der Auswahl einer Außendämmungsvariante, dass die aufgeführten Außenwanddämmungen nur bei den benannten Wandaufbauten funktionieren und den erforderlichen Schallschutz bieten. Es handelt sich somit nicht um eine pauschale Lösung. Eine pauschal anwendbare und zertifizierte Außenwanddämmung, die an allen Wänden funktioniert und den erforderlichen Schallschutz einbringt, gibt es derzeit nicht. Für die anerkannten Fälle aus der Liste ist ein näherer Nachweis zur Eignung der Lösung durch die Anwohner nicht zu führen. Außenwandlösungen, die nicht in der Liste aufgeführt sind, müssen durch die Anwohner in ihrer Eignung nachgewiesen werden. Die entstehenden Kosten sind durch diese zu tragen.

Modul Küche

Aufgrund der Urteile des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom 3. Juli 2018 bieten wir dieses Modul nicht mehr an.

Weitere Informationen zur Umsetzung der Urteile und zum weiteren Umgang mit dem Modul Küche finden Sie im Bereich "Urteile vom Juli 2018".

Für Küchen, für die auch nach den Urteilen vom Juli 2018 keine Ansprüche auf Schallschutzmaßnahmen bestehen, können Anwohner das Modul Niedrige Raumhöhe beantragen.

Modul Differenzzahlung

Zahlreiche Anwohner, die bereits Schallschutzmaßnahmen auf Grundlage einer Kostenerstattungsvereinbarung haben einbauen lassen, sind damit zufrieden und möchten daher keine weitere Maßnahmen auf Grundlage der neuen Anspruchsermittlung umsetzen. Die FBB bietet für diesen Fall das Modul Differenzzahlung an. Dabei erklären die Anwohner schriftlich, dass ihnen die schon eingebauten Schallschutzmaßnahmen ausreichen und sie daher auf weitere Schallschutzmaßnahmen verzichten. Die FBB zahlt die Differenz zwischen der Anspruchsermittlung bauliche Umsetzung und der Kostenerstattungsvereinbarung dann aus.

Anwohner, die das Modul Differenzzahlung nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte direkt mit der FBB.

Modul Niedrige Raumhöhe

Im Schallschutzprogramm besteht für Räume ein Anspruch auf Schallschutz, die als Wohn- und Schlafräume genutzt werden und die den für Aufenthaltsräume rechtlich
vorgegebenen Mindestraumhöhen und Belichtungen entsprechen. Die FBB ist sich aber bewusst, dass von den Anwohnern des Flughafens auch in Räumen, die nicht den Vorgaben entsprechen, Schallschutz gewünscht wird. Dafür gibt es das Modul Niedrige Raumhöhe. Für Räume, bei denen die Raumhöhe oder Belichtung nicht der anzuwendenden oder einer in der Vergangenheit gültigen Bauordnung entspricht, erhalten die Anwohner
auf Antrag Schallschutz, der dem Niveau des Fluglärmschutzgesetzes entspricht.

Anwohner, die das Modul Niedrige Raumhöhe nutzen möchten, besprechen die weitere Vorgehensweise bitte direkt mit der FBB.

Modul Wintergarten

Aufgrund der Urteile des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom 3. Juli 2018 bieten wir dieses Modul nicht mehr an.

Weitere Informationen zur Umsetzung der Urteile und zum weiteren Umgang mit dem Modul Wintergarten finden Sie im Bereich "Urteile vom Juli 2018".