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Verkehrs- und Engpassanalyse für das Flughafenumland

04.03.2019

IHK-Studie verdeutlicht Handlungsbedarf

Dass die Flughafenregion seit Jahren einer der prosperierendsten Standorte im Bundesgebiet ist, ist lange bekannt. Welche verkehrlichen Auswirkungen diese Entwicklung um den zukünftigen BER auf das Flughafenumfeld hat, wollte die IHK-Cottbus wissen. Vor einem Jahr beauftragte sie die Verkehrsplaner SPV Spreeplan Verkehr und PST Werder, die Verkehrssituation rund um den BER unter die Lupe zu nehmen, um Engpässe zu identifizieren.

Erhöhte Verkehrsgrundlast

Entstanden ist eine umfangreiche Analyse der Verkehrsentwicklung der Flughafenregion. Die Analysten betrachteten in einem Radius von 30 Kilometern um Schönefeld die aktuellen und zukünftigen Verkehre. Empirisch wird dargelegt, dass durch das starke Wachstum der Gemeinden, die neuen Gewerbestandorte sowie das prognostizierte Passagierwachstum am BER die zukünftige Verkehrssituation sehr herausfordernd wird. Bis zum Jahr 2040 gehen die Verkehrsprofis von einer halben Million mehr Autos auf den Straßen aus. Ähnliches gilt für den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Studie führt aber auch aus, dass der wesentliche Teil des erhöhten Verkehrsaufkommens nicht durch den Flughafen, sondern durch die wirtschaftliche und Bevölkerungsentwicklung im Flughafenumland resultiert.

Überwältigend sind die Zahlen mit Blick auf Einwohner und Arbeitsplätze: allein bis 2040 werden 67.000 zusätzliche Anwohnerinnen und Anwohner in die Region ziehen. Bei der Entwicklung der Gewerbeflächen werden 1.100 Hektar zusätzliche Flächen entstehen, sind sich Spreeplan und PST sicher. „Durch die dynamische Entwicklung gehen wir von 135.000 neuen Arbeitsplätzen bis 2040 aus“, so Bertram Teschner von Spreeplan.

In einem 16-Punkte-Maßnahmenkatalog werden dringende Anpassungen für Straße, Schiene und Busverkehre angemahnt. „Die Maßnahmen müssen jetzt eingeleitet werden, damit das Wachstum noch steuerbar bleibt“, so Jens Krause von der IHK Cottbus. Mit dem ersten Spatenstich für die Dresdner Bahn nimmt auch die ÖPNV Anbindung an den BER eine neue Dynamik auf.

Themenvertiefung im Landtag

Bei einem Fachgespräch im BER-Sonderausschuss werden am 11. März 2019 Vertreter der IHK, Gutachter, das Dialogforum BER, das Infrastruktur - Ministerium Brandenburgs und die Flughafengesellschaft mit Abgeordneten darüber sprechen, welche Rahmenbedingung die Politik jetzt zwingend schaffen muss, um die Engpässe angehen zu können. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup begrüßte die Studie ausdrücklich und erklärte dazu: „Die IHK-Studie benennt wichtige Straßenbaumaßnahmen und die U-Bahn-Verlängerung, damit die prosperierende Flughafenregion auch in Zukunft verkehrlich gut funktioniert. Mit dem Bahnhof unter dem Fluggastterminal und einer ausreichenden Anzahl von Parkplätzen hat die Flughafengesellschaft ihre Vorkehrungen getroffen, um den Flughafenverkehr aufnehmen zu können. Insbesondere die gute Schienenanbindung des BER wird nachhaltig dafür sorgen, dass der Straßenverkehr sich nicht wegen des Flughafens zum Problem entwickelt.“

Verkehrs- und Engpassanalyse auf einen Blick

  • Untersuchung des Verkehrsaufkommen 2020–2040

Bis 2040:

  • Täglich 500.000 zusätzliche Fahrzeuge im Flughafenumfeld unterwegs
  • 67.000 neue Einwohner
  • Rund 1.100 Hektar neue Gewerbeflächen noch ausgewiesen
  • Rund 135.000 neue Arbeitsplätze erwartet
  • 600.000 zusätzliche Fahrgäste im ÖPNV

Weiterführende Informationen finden Sie unter:

Flughafeninfo

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@berlinairport

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Flughafeninfo sind an 7 Tagen rund um die Uhr für Sie da.