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48 Stunden Danzig: Über den Wolken der Ostseestadt

02.04.2019

Redakteur Clemens Glade verbrachte ein Wochenende in Danzig – lest hier, was er in der Hauptstadt Pommerns erlebt und gesehen hat. 

Als Patenonkel hat man nun mal seine Pflichten. Eine davon – ich halte sie eher für einen Vorzug: man kann das Kind nach Strich und Faden verwöhnen. Und so habe ich dem 12-jährigen Jonas ein Wochenende in Danzig geschenkt. Nicht ganz selbstlos, gebe ich zu, wollte ich die Hauptstadt Pommerns doch selbst einmal besuchen. Wir landen früh und deponieren unsere Sachen im Hotel. Für heute habe ich Jonas ganz viel Himmel versprochen. Als erstes besuchen wir die Marienkirche. Natürlich nur ganz kurz – Kinder und Kunstgeschichte vertragen sich nur bedingt. Die schiere Größe des Gebäudes beeindruckt ihn dann doch, vor allem das Figurentheater auf der astronomischen Uhr tut es ihm an. Wir staunen über die Apostel und den Tod, über Adam und Eva, die alle 15 Minuten auf eine Glocke schlagen. Geheimnisvolle Zeichen lassen uns rätseln und wir erfinden kichernd Erklärungen für sie. Jonas will den Kirchenturm besteigen. 80 Meter ist er hoch, 409 Stufen trennen uns von einer tollen Aussicht über die bunten Dächer Danzigs. Einmal ist keinmal, findet Jonas. Der nächste Turm ist nicht weit, gleich am Langen Markt (Dlugi Targ) steht das Rechtstädtische Rathaus. Der Aussichtspunkt liegt zwar nur in 50 Meter Höhe, aber auch von hier sehen wir in die Weite, hören Möwen schreien und spüren eine starke Brise, die nach Ostsee schmeckt.
Unten auf dem Markt setzen wir uns in eines der Cafés und lassen uns Gofry schmecken, frische Waffeln, und Szarlotka, Apfelstrudel mit Vanilleeis und Sahne. Frisch gestärkt besuchen wir das Nationale Meeresmuseum mit dem Krantor, einem der größten mittelalterlichen Hafenkräne Europas. Gleich nebenan: die Soldek, ein historischer Kohle- und Erzfrachter, der heute als Museumsschiff am Ufer der Bleiinsel festgemacht hat. Jonas würde am
liebsten anheuern, aber dann besichtigen wir Maschinenraum, Offiziers- und Matrosenkabinen sowie die Kapitänbrücke und er erlebt, wie hart das Leben auf und unter Deck war.

Am nächsten Tag starten wir früh und besuchen den Zoo. Auf 136 Hektar haben Löwen, Giraffen, Wisente und Pinguine ein Zuhause, aber auch Bongo-Antilopen, Arabische Oryxe, putzige Zwergnilpferde und aasfressende Andenkondore. Es gibt mehrere Strände in Danzig, wir fahren mit der Straßenbahn nach Brzezno. Den Rest des Tages entspannen wir am Sandstrand und halten zumindest unsere Zehen in die noch kalte Ostsee. Später eine kurze Stippvisite der Westerplatte. Auf diesem ehemaligen Militärgelände erinnert ein großes Steinmonument an den Ort des ersten Angriffs im 2. Weltkrieg. Ein trauriges Kapitel, das zur Geschichte der Stadt gehört und das ich Jonas behutsam beibringe.

Tags drauf heißt es Abschied nehmen. Zum Abschluss genießen wir die Stadt noch einmal von oben. Dieses Mal steigen wir aber keine Stufen, wir schweben 50 Meter mit einer Gondel des Riesenrad AmberSky in die Höhe – ein schwindelerregendes Finale!

Ab Berlin-Tegel fliegt easyJet dreimal pro Woche nonstop nach Danzig.

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