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Tschuktschuktschuk

09.10.2019

Ausgangspunkt einer Reise mit der legendären Transsibirischen Eisenbahn ist Moskau, oder auch Berlin! Denn ab Schönefeld und Tegel fliegen zahlreiche Airlines nonstop in die russische Hauptstadt. Verbindungen sind zu drei Moskauer Flughäfen zu haben. So fliegt S7 Airlines ab TXL zum Flughafen Domodedowo, UTair Aviation und Pobeda ebenfalls ab TXL nach Vnukovo und Aeroflot verbindet SXF mit dem Flughafen Scheremetjewo. In Moskau angekommen haben Reisende die Qual der Wahl. Während die klassische Strecke über 9.288 Kilometer nach Wladiwostok an der Pazifikküste führt, kann man auf der transmongolischen Strecke bis nach China fahren. Letztere ist zwar nur stolze 7.622 Kilometer lang, führt hinter dem Baikalsee jedoch durch die Mongolei und China bis zur Endstation Peking, von wo Berlin mit Hainan Airlines auch nur einen Direktflug entfernt ist. 

Mit dem „Zug der Züge“ von Moskau bis Peking

Transsib

Da es zahlreiche Möglichkeiten gibt, mit der Transsib, wie die Transsibirische Eisenbahn auch liebevoll genannt wird, zu reisen, sollten Reisende sich im Vorfeld ein paar Fragen beantworten: Reist man lieber individuell oder in einer geführten Gruppe, mit dem Linienzug oder im Luxus-Nostalgiezug „Zarengold“, will man durchfahren oder Zwischenaufenthalte einplanen?


Ein guter Mix aus Übernachtungen im Zug und auf Zwischenstopps in Hotels sorgt für entspanntes Reisen. Für das „transsibirische Reisegefühl“ jedoch gehören die Übernachtungen im Schlafwagen auf engem Raum mit andern Reisenden definitiv dazu. Wer Land und Leute näher kennenlernen möchte, sollte – zumindest für eine Teilstrecke – im Linienzug in der dritten Klasse reisen. Diese besteht aus ganzen Waggons mit Doppelstockbetten wie in einem großen Schlafsaal. Nirgendwo sonst kommt man mit den Einheimischen so leicht in Kontakt wie hier. Mitspieler für das beliebte russische Kartenspiel „Durak“, das ein beliebter Zeitvertreib während der Reise ist, werden hier z.B. jederzeit gern gesucht. Kleine Abteile mit Doppelstockbetten für bis zu vier Reisenden können in der zweiten Klasse gebucht werden. Die luxuriöseren Abteile der ersten Klasse gibt es für vier bzw. zwei Personen. Wer das besondere Luxuserlebnis wie zu Zarenzeiten sucht, dem sei der Nostalgiezug „Zarengold“ empfohlen.
Grundsätzlich gilt: Je früher die Planung beginnt, desto entspannter kann es vor Ort losgehen.

Moskau

Moskau

Bevor am Jaroslawer Bahnhof die Bahnreise quer durch den eurasischen Kontinent startet, sollten Reisende ein bis zwei Tage Aufenthalt in der russischen Hauptstadt einplanen. Der Rote Platz mit dem Kreml und Moskaus Wahrzeichen, der Basilius-Kathedrale, stehen auf dem Pflichtprogramm für Besucher. Besonders berühmt ist auch die Moskauer Metro, ihre prächtigen Stationen sind wahre Sehenswürdigkeiten.

Reisen in der Raum-Zeit-Kapsel

Jekaterinburg Blutkathedrale

Tschuktschuktschuk... Das leise Rattern der Eisenbahn ist der ständige Begleiter während dieser Reise. Vorbeiziehende Landschaften, das Leben auf engstem Raum und ein dem Zug ganz eigener Rhythmus lässt einen jegliches Gefühl für Ort und Zeit vergessen. Nach einigen Tagen Fahrt in der Transsibirischen Eisenbahn kommt man sich vor wie in seiner eigenen Raum-Zeit-Kapsel. Der erste Teil der Reise mit der Transsib führt durch die Weiten Russlands, vorbei an scheinbar endlosen Birkenwäldern. Unterwegs wird im Speisewagen gegessen, aber auch in den Abteilen werden Essen und Snacks angeboten. Ein Samowar in den Wagen bietet stets heißes Wasser, so dass, wer möchte, auch Instantkaffee, Tee oder Tütensuppen selbst aufbrühen kann.


Nach über 1.800 Kilometern und rund 24 Stunden Zugfahrt erreicht man Jekaterinburg, die viertgrößten Stadt Russland. Sehenswert ist die Kathedrale auf dem Blut (an deren Standort 1918 der letzte Zar Russlands, Nikolai II. mit seiner Familie ermordet wurde). Der nächste größere Halt, die Stadt Nowosibirsk, bietet eine ihrer schönsten Sehenswürdigkeiten gleich bei der Ankunft: Der Hauptbahnhof ist einer der prächtigsten auf der gesamten Strecke und sieht aus wie ein grüner Zug, der in Richtung Osten fährt.

Sibiriens schönste Stadt

Baikalsee

Weiter geht es mit der Transsib durch weite Steppenlandschaften bis Irkutsk, die als die schönste Stadt Sibiriens gilt. Sie hat eine reiche Vergangenheit, die sich auch im Stadtbild zeigt. Zahlreiche historische Bauten wie das „Weiße Haus“, die alte Markthalle oder das Opernhaus sind besonders sehenswert. Außergewöhnliches Augenmerk sind jedoch die schmucken alten Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert, die das gesamte Stadtbild prägen. Von Irkutsk sollte man unbedingt einen Ausflug zum 70 Kilometer entfernten Baikalsee einplanen, dem tiefsten und zugleich ältesten Süßwassersee der Erde. Die Fahrt von Irkutsk nach Listwjanka, dem „Tor zum Baikalsee“, erfolgt über die alte Transsib-Strecke mit dem „Baikalexpress“. Der malerische Baikalsee bietet sich auch für einen mehrtägigen Entspannungsaufenthalt an. Baden ist aber auch im Sommer nur etwas für Hartgesottene – die Wassertemperatur übersteigt selbst dann kaum 10 Grad.

Vom Nomadenleben ins Großstadtgetümmel

Mongolei

Kurz nach Irkutsk teilt sich im südsibirischen Ulan-Ude die transsibirische Eisenbahnstrecke, ab hier geht die Fahrt weiter auf der transmongolischen Linie. Der erste Halt in der Mongolei ist die Hauptstadt Ulaanbaatar. Hier lohnt sich die Besichtigung des zentralen Sukhbaatar Platz mit dem Parlamentsgebäude und dem Rathaus. Etwas außerhalb des Stadtzentrums befindet sich mit dem Gandan-Kloster eines der wichtigsten Heiligtümer der Mongolei. Wer das mongolische Nomadenleben kennenlernen möchte, sollte von Ulaanbaatar eine Exkursion in die mongolische Steppe unternehmen. Eine Übernachtung in der Jurte, der traditionellen Behausung der mongolischen Nomaden ist ein ganz besonderes, naturverbundenes Erlebnis. Wer möchte, kann in Ulaanbaatar aussteigen und mit MIAT Mongolian Airlines direkt nach Berlin zurückkehren. Alle anderen führt die Transsib-Reise nach Ulaanbaatar weiter durch die Wüste Gobi bis zur Endstation Peking. Die chinesische 21-Mio.-Metropole bietet als krönenden Abschluss der Reise noch einige besondere Höhepunkte wie die Verbotene Stadt, die Große Mauer oder den Himmelstempel. Zurück in Berlin wird einen das Rattern des Zuges – tschuktschuktschuk – vermutlich noch eine Weile begleiten.

Übrigens: Einige Transsib-Experten empfehlen die Reise in die andere Richtung, mit Beginn in Peking bis Moskau. Auf der Fahrt durch die verschiedenen Zeitzonen bekommt man so fast jeden Tag eine Stunde geschenkt

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